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Aktuelles - ARCHIV

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25. Oktober 2015

 

KINDERgruppe? 
 

Manchmal fragen sich die BetreuerInnen unserer Kindergruppe, ob der Name ihrer Gruppe noch so richtig ist :-). Ein paar Impressionen anbei:

 

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15. Oktober 2015

 

Isabells grandioses Abschiedsfest
 

Diesen Abschied konnten wir von Herzen feiern. All die vielen Asylgäste samt Gomadinger UnterstützerInnen ebenso wie Isabelle selbst, unsere Sozialarbeiterin der ersten Tage. Für sie endete eine ebenso aufregende wie erfüllende Zeit als gutes Mädchen für alle im Asyldorf. Für seine BewohnerInnen war sie weit mehr als eine Sachwalterin behördlicher Aufgaben, sondern zuallererst eine solidarische Kameradin, eine Mitstreiterin mit Leib und Seele.

 

Und so geriet Isabells Abschiedsfest zu einem großartigen Danke der Gegenseitigkeit. Hand in Hand organisierten wir gemeinsam einen mit guten Dingen prallvollen Tag bis in die Nacht. Angefangen von der überbordenden Fülle aus Küche und vom Grill über anrührende Abschiedsworte bis hin zu dem, was ein Fest erst zu einem schönen, grandiosen Fest macht: Heiterkeit, Leichtigkeit und – Vertrautheit. Nachträglich noch einmal ganz herzlich: Danke Isabell. Für Deinen weiteren Weg wünschen wir Dir alle alles Schöne, Wahre und Liebe.

 

Bernd Richard Hinderer

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6. Oktober 2015

 

Gesucht: Fahrräder, Herrenschuhe, Winterpullover und Männerhosen

 

Nach wie vor groß ist die Spendenbereitschaft, was Kleider für das Sternberglädle angeht. Gesucht werden derzeit (Winter)pullover, Männerhosen und insbesondere Herrenschuhe in den Größen 41 bis 43. Gesucht wird außerdem ein Schulranzen für einen Jungen (also nicht unbedingt in Rosa). Wer hier etwas abzugeben hat, kann dies während der Öffnungszeiten des Sternberglädles (montags 15 bis 17 Uhr) tun. Alternativ können die Sachen auch während des Sternbergcafés abgegeben werden (dienstags 18 bis 20 Uhr). Bitte die Spenden nicht einfach vor der Türe abstellen!

 

Immer gefragt sind nach wie vor Fahrräder. Wer hier noch ein taugliches Gefährt abzugeben hat, nimmt bitte mit Norbert Leuze Kontakt auf, Telefon 07385 - 1767. Die E-Mail-Adresse: Sachspenden@asyl-gomadingen.de.

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6. Oktober 2015

 

Sternbergcafé sucht Kühlschrank – wer vermisst Kuchenbehälter?

 

Für die Küche des Sternbergcafés sucht das Café-Team einen Kühlschrank. Wer ein taugliches Modell abzugeben hat, setzt sich bitte mit Anne Greiner in Verbindung. Voraussetzung ist, dass der Deckel abgenommen werden kann (was bei fast allen Kühlschränken der Fall sein dürfte), sonst passt das Gerät nicht unter die Küchentheke.

 

Die Veranstaltungen der vergangenen Monate haben immer wieder viele engagierte Ehrenamtliche mit Kuchenspenden unterstützt. Vielen Dank dafür! Viele der Behälter, in denen die Kuchen gebracht wurden, warten jedoch noch immer im Sternbergcafé auf ihre Abholung. Wer also Kuchenformen oder Frischhaltebehälter vermisst, sollte einfach mal dienstags zwischen 18 und 20 Uhr im Café vorbeischauen

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Dannemann & Band am 11.September bei uns

Blues & Rock für Freiheit und Menschlichkeit

 

„In Blues und Rock klingt immer auch der Schrei nach Freiheit“ – für den deutschenTopgitarristen Werner Dannemann steht fest, „wer das nicht hört, hat diese Musik nicht verstanden“. Sein musikalisches Selbstverständnis setzt der Sänger mit der ausdrucksstarken Stimme seit jeher in die Tat um. Mit Konzerten, in denen sich Life-Musik vom Feinsten vereint mit dem Appell für Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Sein Benefizkonzert in unserem Gemeinschaftshaus versteht er als Akt der Solidarität mit den Flüchtlingen in unserem Land, der Erlös des Abends kommt der Arbeit unseres Asylkreises zugute.

2015 steht Werner Dannemann das fünfzigste Jahr auf der Bühne. Seine Tourneen erstreckten sich, vor allem in den 90ern, über ganz Europa. Heute fasziniert er mit seiner E-Gitarre und seiner Ausdruckskraft mehr denn je. Seine unverwechselbaren Interpretationen von Rock- und Blues-Klassikern sowie seine authentischen eigenen Songs aus fast 20 CDs machen seine Konzerte einzigartig. Den Rock und Blues im süddeutschen Raum hat der Ausnahmemusiker maßgeblich mitgeprägt. So spielte Dannemann unter anderem mit Jack Bruce, Miller Anderson, Pete Haycock, Wolle Kriwanek und Spencer Davis. Ein Journalist: „Dannemann ist unter den deutschen Topgitarristen der ausdruckstärkste Sänger.

Begleitet wird er von Bernd Berroth am Bass, Heinz Morandell, Drums und Wolfgang Schiller, Keyboards und Harmonica. Sie bestreiten den Abend ohne Gage, so wie auch der Mann für den perfekten Sound, der Gomadinger Stefan Grüner von GSL-Veranstaltungstechnik.

Freitag, 11. September, 20 Uhr im Gemeinschaftshaus

Eintritt: 15€ - ermäßigt 10€

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04. September 2015

 

Fahrer/Fahrerinnen gesucht

 

Gesucht wird eine Fahrerin oder ein Fahrer, der künftig jeden zweiten Dienstag (also alle 14 Tage) mit dem Jungen einer syrischen Familie nach Bremelau fährt. Der Junge kann dort bei einer Therapeutin an einer Spieltherapie teilnehmen. Abfahrt wäre jeweils um 14.30 Uhr, Ankunft in Gomadingen gegen 16.30 Uhr. Wer die Fahrt übernimmt, kann die Zeit in Bremelau frei nutzen – zum Beispiel für einen ausgedehnten Spaziergang. Weitere Informationen gibt Helma Leuze, Telefon 07385/1767.

 

Fahrräder gesucht

 

Fast alle Bewohner des Feriendorfs haben ein Fahrrad. Damit können sie zumindest ein kleines Stück an selbstständiger Mobilität gewinnen. Wer aus dem Feriendorf ausziehen muss, nimmt in der Regel sein Fahrrad mit – so hat es der Asylkreis bereits vor einigen Monaten grundsätzlich beschlossen. Diese Regelung führt allerdings dazu, dass unser Spendenpool an brauchbaren Fahrrädern mittlerweile fast leer ist. Deshalb nochmals der Aufruf: Wer ein taugliches Fahrrad hat und dieses spenden möchte, bringe es bitte während der Öffnungszeiten unseres Sternbergcafés (Dienstag von 18 bis 20 Uhr) in der ehemaligen Kegelbahn im Gemeinschaftshaus vorbei. Alternativ kann das Fahrrad auch abgeholt werden. Kleinere Reparaturen können vom Asylkreis erledigt werden. Kontaktperson ist Norbert Leuze, Telefon 07385/1767.

 

Männerkleidung gesucht

 

Dank zahlreicher Spenden und dem Engagement der Mitarbeiterinnen ist unser Sternberglädle immer gut bestückt mit gut erhaltener Kleidung. Da jetzt jedoch derzeit mehr Männer als Familien nach Gomadingen kommen, hat sich ein Mangel an Herrenbekleidung und -schuhen eingeschlichen. Wer also hier etwas abzugeben hat: Bitte zu den Öffnungszeiten des Sternberglädles (Montag 15 bis 17 Uhr) abgeben. Gesucht wird alles, was Männer tragen können (auch Schuhe der Größen 40 bis 44) wobei kleinere Konfektionsgrößen erfahrungsgemäß eher gefragt sind.

 

Ein Kommen und Gehen

 

Zwei afghanische Familien haben in den vergangenen Wochen das Feriendorf verlassen: Eine Familie mit vier Kindern ist nach Mittelstadt gezogen, eine andere mit zwei Kindern wohnt nun in Münsingen in der ehemaligen Pastorenwohnung der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Eine dritte afghanische Familie wird nächste Woche nach Backnang ziehen. Von den ursprünglich sechs Familien ehemaliger Bundeswehr-Mitarbeiter sind daher bald nur noch drei im Feriendorf. Die Wohnungen werden jedoch nicht lange leer stehen. Die ersten Neuankömmlinge sind schon da: eine vierköpfige Familie aus Syrien ist diese Woche angekommen, weitere Flüchtlinge werden in den kommenden Wochen sicherlich noch folgen. Angekommen sind bereits in den vergangenen Wochen mehrere Einzelpersonen aus Pakistan und Syrien sowie eine syrische Familie.

 

 

Freude über Anerkennungen

 

Grund zur Freude hatten in der vergangenen Woche eine Familie und ein einzelner Mann aus Syrien. Beide sind Bewohner der ersten Stunde im Feriendorf und bereits seit Ende 2014 bei uns. Sie haben nun nach langem Warten und Bangen ihre Anerkennungen als Flüchtlinge erhalten. Der Mann darf nun seine Frau und seine Kinder, die unter kaum vorstellbaren Bedingungen noch in Syrien leben, nach Deutschland holen. Und die syrische Familie mit den vier Söhnen, die in Gomadingen im besten Sinne fast schon zum Dorfbild gehören, kann in Deutschland bleiben. Wir freuen uns für sie!

04. September 2015

 

Fahrer/Fahrerinnen gesucht

 

Gesucht wird eine Fahrerin oder ein Fahrer, der künftig jeden zweiten Dienstag (also alle 14 Tage) mit dem Jungen einer syrischen Familie nach Bremelau fährt. Der Junge kann dort bei einer Therapeutin an einer Spieltherapie teilnehmen. Abfahrt wäre jeweils um 14.30 Uhr, Ankunft in Gomadingen gegen 16.30 Uhr. Wer die Fahrt übernimmt, kann die Zeit in Bremelau frei nutzen – zum Beispiel für einen ausgedehnten Spaziergang. Weitere Informationen gibt Helma Leuze, Telefon 07385/1767.

 

Fahrräder gesucht

 

Fast alle Bewohner des Feriendorfs haben ein Fahrrad. Damit können sie zumindest ein kleines Stück an selbstständiger Mobilität gewinnen. Wer aus dem Feriendorf ausziehen muss, nimmt in der Regel sein Fahrrad mit – so hat es der Asylkreis bereits vor einigen Monaten grundsätzlich beschlossen. Diese Regelung führt allerdings dazu, dass unser Spendenpool an brauchbaren Fahrrädern mittlerweile fast leer ist. Deshalb nochmals der Aufruf: Wer ein taugliches Fahrrad hat und dieses spenden möchte, bringe es bitte während der Öffnungszeiten unseres Sternbergcafés (Dienstag von 18 bis 20 Uhr) in der ehemaligen Kegelbahn im Gemeinschaftshaus vorbei. Alternativ kann das Fahrrad auch abgeholt werden. Kleinere Reparaturen können vom Asylkreis erledigt werden. Kontaktperson ist Norbert Leuze, Telefon 07385/1767.

 

Männerkleidung gesucht

 

Dank zahlreicher Spenden und dem Engagement der Mitarbeiterinnen ist unser Sternberglädle immer gut bestückt mit gut erhaltener Kleidung. Da jetzt jedoch derzeit mehr Männer als Familien nach Gomadingen kommen, hat sich ein Mangel an Herrenbekleidung und -schuhen eingeschlichen. Wer also hier etwas abzugeben hat: Bitte zu den Öffnungszeiten des Sternberglädles (Montag 15 bis 17 Uhr) abgeben. Gesucht wird alles, was Männer tragen können (auch Schuhe der Größen 40 bis 44) wobei kleinere Konfektionsgrößen erfahrungsgemäß eher gefragt sind.

 

Ein Kommen und Gehen

 

Zwei afghanische Familien haben in den vergangenen Wochen das Feriendorf verlassen: Eine Familie mit vier Kindern ist nach Mittelstadt gezogen, eine andere mit zwei Kindern wohnt nun in Münsingen in der ehemaligen Pastorenwohnung der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Eine dritte afghanische Familie wird nächste Woche nach Backnang ziehen. Von den ursprünglich sechs Familien ehemaliger Bundeswehr-Mitarbeiter sind daher bald nur noch drei im Feriendorf. Die Wohnungen werden jedoch nicht lange leer stehen. Die ersten Neuankömmlinge sind schon da: eine vierköpfige Familie aus Syrien ist diese Woche angekommen, weitere Flüchtlinge werden in den kommenden Wochen sicherlich noch folgen. Angekommen sind bereits in den vergangenen Wochen mehrere Einzelpersonen aus Pakistan und Syrien sowie eine syrische Familie.

 

 

Freude über Anerkennungen

 

Grund zur Freude hatten in der vergangenen Woche eine Familie und ein einzelner Mann aus Syrien. Beide sind Bewohner der ersten Stunde im Feriendorf und bereits seit Ende 2014 bei uns. Sie haben nun nach langem Warten und Bangen ihre Anerkennungen als Flüchtlinge erhalten. Der Mann darf nun seine Frau und seine Kinder, die unter kaum vorstellbaren Bedingungen noch in Syrien leben, nach Deutschland holen. Und die syrische Familie mit den vier Söhnen, die in Gomadingen im besten Sinne fast schon zum Dorfbild gehören, kann in Deutschland bleiben. Wir freuen uns für sie!

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03. September 2015

 

Geht’s noch schöner?

Kickfeschd in Meidelstetten – ausgelassen und sportlich, solidarisch und friedfertig

 

Seit 32 Jahren ist das Meidelstetter Kickfeschd Aushängeschild des Vfal, „Verein für angewandte Lebensfreude e.V“. Angewandte Lebensfreude – treffender kann man nicht benennen, was letztes Wochenende hunderte Gäste auf Fußballplatz, Campingwiese und im Festzelt erleben durften. Mitten drin und aktiv dabei auch unsere Jungs vom Feriendorf.
Mit ihren beiden Fußballmannschaften lieferten die 23 ein beeindruckendes Zeugnis für Teamgeist und Siegeswillen. Unter 39 Mannschaften belegte „Klarasyl“ einen ehrenvollen Platz 30 und „Alemannia Asyl“ einen beeindruckenden Platz 11.
Als absoluter Klassetorwart für beide Mannschaften erwies sich Max Lehn vom Vorstand des VfaL, der auch den Anstoß für die Teilnahme unserer Mannschaften gab. Darüberhinaus unterstützte er vor Ort zusammen mit seiner Frau an beiden Turniertagen unsere Aktiven vom Asylkreis. Zu tun gab es wahrlich genug: Fahrdienst, Versorgung mit warmen Mahlzeiten und Aufbau des Mannschaftszelts, in dem etliche unserer Kicker die Nacht verbrachten.
Eine Großtat an Einsatz und Erfolg erbrachte Belinda Kalender: Sie organisierte eine Spende für sage und schreibe 22 neue Kickstiefel samt Trikots. Und damit nicht genug, die Trikots bestückte sie gemeinsam mit Mohannad auch noch mit den Namen jedes einzelnen Spielers.

Unsere Fußballer selber beeindruckten nicht nur auf dem Platz, sondern auch mit ihrem Einsatz vor und nach dem Fest. Ihre Mithilfe beim Auf- und Abbau des Festzelts wird für die Aktiven vom VfaL unvergessen bleiben. Wie willkommen sie waren, brachte am Montag nach dem Fest ein junge Frau vom VfaL auf den Punkt: „Jedes Jahr träume ich beim Zeltabbau davon, dass ganz viele Helferlein vom Himmel fallen – und heute ist der Traum wahr geworden.“ Der Verein selbst zeigte großzügiges Entgegenkommen: Unseren Mannschaften erließ er das Startgeld von zusammen 200 Euro.

Wer das Kickfeschd kennt weiß, dass auf den zwei Kleinfeldern zwar Fußball mit vollem Einsatz gespielt wird, sein eigentlicher Sinn und Zweck aber der Spaß an der Freud‘ ist – halt Lebensfreude an sich. Wie erfolgreich dies seit über 30 Jahren funktioniert, zeigt eine schlichte Tatsache:
Bei aller Ausgelassenheit, dröhnender Rockmusik bis in den frühen Morgen, dem in unserem Kultukreis üblichen Genuss von Bier und Co. – über allem herrscht völlige Friedfertigkeit. Überzeugender kann man unseren Asylgästen heimische Festkultur nicht mehr nahe bringen.
Eine eindrucksvolle Demonstration unbefangener Heiterkeit erlebten sie dazu auf dem Spielfeld: Dass sie Fußball auch gegen weibliche Kicker spielen, bisher stand das für unsere muslimischen Freunde ganz sicher außerhalb ihrer Vorstellungskraft.


Bernd Richard Hinderer

 

Für Fotos Klicken Sie HIER >>

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01. September 2015

 

Bericht aus dem Sternberg-Café

 

Der gestrige Regen am Nachmittag und erste herbstliche Wettereinflüsse haben dafür

gesorgt, dass unser Café sehr gut besucht war. Vielleicht haben wir es auch in letzter Zeit

nicht so wahrgenommen, weil sich das Meiste draussen abgespielt hat.

Damit dürfte es jetzt aber vorbei sein. Ade Sommer und Happening im Freien.

Willkommen in unserer guten Stube auf dem Feriendorf Gelände.

 

Und es gab reichlich Kuchen und Gebäck gespendet von Menschen, die wissen, dass der

Dienstag im Sternberg-Café für unsere Asylgäste sehr wichtig ist. Zwei Stunden

Ablenkung vom Ernst des Lebens, der hauptsächlich darin besteht, auf eine

Aufenthaltserlaubnis zu warten und wenn sie dann endlich da ist, die nächsten Schritte

wie Wohnungssuche und Arbeitssuche in Angriff zu nehmen.

 

Wenn man die aktuellen Flüchtlingsdramen innerhalb Europas sieht und hört, könnte man

den Glauben an die europäische Union verlieren. Das Verhalten von Ungarn oder

Großbritannien, nur als Beispiel, ist alles andere als die von uns allen gewünschten

europäischen Werte. Purer Egoismus und menschenverachtend wird da gehandelt. Nur

weg mit den Flüchtlingen nach Deutschland. Subventionen hingegen sind immer

willkommen und werden auch nicht nach Deutschland zurück geschickt.

Wer so handelt, hat keinen Respekt verdient und sollte sein Handeln hinterfragen.

 

Gott sei Dank funktioniert unser Ehrenamt in Gomadingen anders.

Auch gestern Abend kamen Gomadinger und Asylgäste zusammen und haben

gemeinsam gespielt, gelacht und zusammen Spaß gehabt.

Eine afghanische Familie hat einen großen Teller mit Keksen gebacken, weil sie nächste

Woche aus dem Feriendorf in eine eigene Wohnung umzieht. Es gab Tränen der Rührung

und herzliche Umarmungen, weil sie sich im Feriendorf so heimisch gefühlt haben und

jetzt mit Mut zum nächsten Schritt, aber auch mit Wehmut aus dem Feriendorf scheiden.

Besonders für die Kinder ist das eine Entscheidung, die man wahrscheinlich erst viel

später versteht und nachvollziehen kann.

 

Durch unsere fürsorgliche Betreuung war und ist das Feriendorf für viele der Asylgäste

eine kleine Heimat geworden,nach den fürchterlichen Fluchterlebnissen.

Es bleibt der Wunsch, dass möglichst viele auch in und um Gomadingen eine geeignete

Bleibe finden, und in Zukunft unser Dorfleben bereichern.

 

Willi Myke

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8. August 2015

 

Rund dreihundert Besucher beim "Fest der fünf Nationen" im Feriendorf

 

Menschen aus Nah und Fern, gutes Essen aus fünf Ländern, Gespräche, Spiel und Spaß, Theater, Musik und schließlich ein lauer Sommerabend am Lagerfeuer: Das war das "Fest der fünf Nationen" am 8. August im Feriendorf. Dreihundert Menschen kamen, sahen, lachten, staunten und genossen....

 

Viel Arbeit haben die Ehrenamtlichen und die Flüchtlinge in diesen Tag gesteckt. Sie haben vorbereitet, organisiert, geplant, eingekauft, gekocht, gemäht, aufgeräumt und schließlich gebangt, ob das Wetter hält. Das angekündigte Gewitter kam nicht, dafür kamen mehr Menschen, als die meisten gedacht haben. Lange Schlangen bildeten sich am Essensstand, und schließlich war alles aufgegessen, was in den Küchen unserer Feriendorfbewohner in langer Arbeit gekocht, gebacken und gebraten worden war.

 

Theater mit der "Compagnia Cocolores", Irish Folk mit Percussion, Geige und Harfe, Bogenschießen, Kinderschminken, Spiele an der Schokokuss-Schleuder und unzählige Gespräche und Begegnungen: Die Besucher erlebten einen Nachmittag des friedlichen und fröhlichen Miteinanders. Es kann doch alles so einfach sein!


Wer wissen möchte, was die Presse über unser Fest schreibt, klicke bitte hier>> oder hier>>.

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30. Juli 2015 

 

Einladung zum Fest der fünf Nationen am 8. August!

 

Ein Fest der fünf Nationen veranstaltet der Asylkreis Gomadingen gemeinsam mit den Bewohnern des Feriendorfs am Samstag, 8. August. Geboten wird Kulinarisches aus fünf Ländern, Theater, Musik, ein Kinderprogramm und vieles mehr.

 

Beginn des Fests im Gomadinger Feriendorf ist um 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Um 16 Uhr zeigt die "Compagnia Cocolores " auf einer Bühne hinter dem Gemeinschaftshaus ihr Stück "Oh Fortuna" –  eine Komödie mit Masken und Musik für Jung und Alt. Hinter der Compagnia Cocolores verbirgt sich eine Theatertruppe, die zehn Tage lang von Hayingen durchs Lautertal und dann nach Münsingen zieht und dabei ihr Stück an wechselnden Plätzen zum Besten gibt. Die Gruppe besteht aus professionellen Schauspielern und Laiendarstellern im Alter von 9 bis 58 Jahren. Das Theaterstück "Oh Fortuna" ist im Stile der italienischen Commedia dell'arte verfasst.

 

Nach dem Theater gibt es Essen aus fünf Ländern: Gerichte aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und Pakistan aus den Küchen der Feriendorfbewohner und natürlich auch Essen aus heimischer Produktion erwarten die Besucher. Den ganzen Tag über gibt es die Möglichkeit zum Bogenschießen, für die Kinder außerdem eine Spielstraße, Kinderschminken sowie Hennapainting. Dazu ertönt Livemusik in wechselnden Besetzungen, ehe bei Einbruch der Dunkelheit ein großes Lagerfeuer entzündet wird.

 

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28. Juli 2015

 

Grünen-Politikerin Beate Müller-Gemmeke und Landrat Thomas Reumann im Sternberg-Café

 

Hoher Besuch im Sternberg-Café: Landrat Thomas Reumann und die Grüne Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke wollten sich direkt vor Ort über das Gomadinger Asylprojekt informieren. Mittlerweile sind wir ja zum Vorzeigeobjekt in Sachen Asyl-Betreuung geworden. Auch nun fanden beide lobende Worte für unsere Arbeit und erwähnten, dass es alles andere als selbstverständlich ist, über diesen langen Zeitraum eine so gute Arbeit zu leisten.

 

Das eine sind die Worte – das andere die Taten. Deshalb können wir alle stolz sein, auf die Arbeit und den Einsatz, den wir täglich ehrenamtlich leisten.In einer Zeit, in der mehrmals täglich das Thema Asyl und Flüchtlinge in sämtlichen Medien präsent ist, weil die Not der Menschen auf der Flucht wirklich katastrophale Ausmaße angenommen hat.

 

Und was wäre die Politik ohne das Ehrenamt und die vielen Helfer, die überall in Deutschland diese Not erkannt haben und nach Kräften helfen? Deshalb bleibt mir und allen, die gestern Abend im Sternberg-Café zu Gast waren, dieser Tag in ganz besonderer Erinnerung.

 

Da verzeihe ich sogar meiner Frau, dass sie den berühmten schwäbischen Träubleskuchen als Johannisbeerkuchen angeboten hat. Es dauert halt sehr lange, bis ein Rheinländer zum Schwaben wird.

Kurz vor den Sommerferien noch eine Bitte in eigener Sache an alle, die in letzter Zeit , aus welchen Gründen auch immer, nicht so oft helfen konnten. Jede helfende Hand wird gebraucht, egal welcher Arbeitsgruppe ihr Euch angeschlossen habt. Denn auch in den Sommerferien wollen wir unsere Gäste so gut wie möglich betreuen. Und einige Helfer sind extrem beansprucht und freuen sich auf eine Entlastung.

 

DANKE.

 

Und diesem Sinne bis zum nächsten Mal

 

Willi Myke

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25. Juli 2015

 

Bald über hundert Bewohner im Feriendorf

 

Nicht nur aufmerksame Zeitungsleser wissen es schon: Es werden bald mehr als hundert Asylbewerber und Flüchtlinge in Gomadingen leben. Der stetige Zustrom von Menschen, die untergebracht werden müssen, führt auch im Landkreis Reutlingen zu Engpässen. Der Landkreis hat daher angefragt, ob die Zahl der Flüchtlinge in Gomadingen nochmals aufgestockt werden kann. Die Vertreter aller Arbeitsgruppen des Asylkreises haben dem zugestimmt – ehe die Menschen in Zelten und Containern leben müssen, sollten man ihnen in Gomadingen eine Bleibe bieten, war die einhellige Meinung. Bis zu 110 Menschen werden dann im Feriendorf leben.

 

Die nächsten Gäste kommen bereits Ende dieser Woche: eine 5-köpfige Familie aus Syrien, acht bis zehn einzelne Männer ebenfalls aus Syrien, sowie sechs Pakistani. Insgesamt also mindestens 19 Menschen –  jeder mit seinem eigenen Schicksal, seinen eigenen Sorgen, Nöten und Bedürfnissen. Die Arbeit wird uns also nicht ausgehen.

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25. Juli 2015

 

Zwei Familien ziehen aus

 

Die einen kommen, die anderen müssen gehen: Zwei afghanische Familien werden im Lauf der nächsten Wochen aus dem Feriendorf ausziehen. Eine hat in Mittelstadt eine Wohnung gefunden, die andere in Münsingen. A., der junge afghanische Übersetzer mit den hervorragenden Deutschkenntnissen, hat mit  seiner Frau und den beiden kleinen Kindern die Pastorenwohnung in Münsingen im Haus der Evangelisch-methodistischen Kirche bekommen. Bei einem Vorstellungstermin hatte A. die Vertreter des Kirchengemeinderats nicht nur durch seine guten Deutschkenntnisse überzeugt.

 

Offiziell wird er zum 1. September umziehen, hat aber schon einen Schlüssel. Nun muss die Wohnung noch vom Jobcenter genehmigt werden –  das wird aber wohl kein Problem geben, da die Wohnung noch weniger kostet, als sie kosten dürfte – und dabei richtig schön ist.

Uns freut es, dass A. in der Nähe bleibt, – unter anderem – da er dann den Dolmetscherpool unterstützen kann.
 
Nun suchen wir jemand, der A. hilft, die Wohnung zu streichen und zu möblieren.

Wir haben einige gebrauchte Möbel eingelagert im Feriendorf – ansonsten mal bei Ebay oder Kleinanzeigen oder second hand oder im Bekanntenkreis…. suchen. Eine Einbauküche ist in der Wohnung vorhanden. Anpacken werden natürlich auch die anderen Afghanis – aber für sie ist es schwierig, gebrauchte Möbel in der Gomadinger Umgebung zu finden.
 
Es wäre eine ideale Aufgabe für jemanden, der im Asylkreis noch nicht so aktiv ist und über eine konkrete, abgrenzbare Aufgabe einen Zugang zu dem Asylbetreuung sucht –vor allem, da A. ja sehr gut deutsch spricht und noch genügend Zeit bis zum Umzug ist.
 
Rückmeldungen bitte an Dorothea Scholl.

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23. Juli 2015

 

Commedia dell’Arte –Theaterkunst aus dem 15. Jahrhundert Italiens ist nun auch bei uns angekommen. Zu unserem Dorffest auf der Wiese im Feriendorf am 8. August gibt die Compagnia Cocolores ihr Stück „Oh Fortuna“ zum besten. Und schon vergangenen Donnerstag führte der Regisseur der Truppe zur Einstimmung auf dieses Stück einen Workshop durch.

Über 20 unserer Gäste und ein paar einheimische Mitstreiter wagten sich in diese vergnügliche Welt der Masken und Rituale, lebenden Karikaturen und gestelzten Bewegungen. Etliche Mädchen und Buben, zwei Frauen und Männer unterschiedlicher Länder haben nun eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, die Charaktere von „Oh Fortuna“ auf die Bühne zu bringen.

Wo im Gemeinschaftshaus sonst Deutsch gebüffelt wird, offenbarten sie unter der Regie von Otto Seitz beachtliches schauspielerisches Talent: in der Rolle des vom Geiz gekrümmte Pantalone mit Krückstock und Goldbeutel, als Arleccino, ewig hungriger und liebestrunkener Diener, bezirzt von der zickigen und heiratswütigen Colombina oder als tölpelhafter Arzt Capitano, ein Prahlhans mit Hasenherz. Und alle hatten einen Heidenspaß dabei, mitzuerleben, wie sich Freunde und Nachbarn in skurille Gestalten verwandelten oder auch selbst in die Masken zu schlüpfen. Für drei Stunden raus aus dem Alltag, mitten hinein in das Vergnügen von Verwandlung und Spiellaune. Wie das von den Profis in Szene gesetzt wird, das können wir alle zusammen bei unserem Dorffest erleben. Also kommen, unbedingt! Es lohnt sich, versprochen!

 

Bernd Richard Hinderer

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2. Juli 2015

 

Sternberg-Café trotzt der Hitze


Ramadan hat Halbzeit und es sind noch zwei harte Wochen bis zum 16. Juli. Aber unsere Gäste fasten fleißig und trotzen der Hitze. Drinnen und draußen wurde in lockerer Runde zusammengesessen und erzählt. Die Kinder sind immer da und warten schon auf das Angebot an süßen Sachen. Diesmal gab es eine besondere schwäbische Spezialität. Willi Müller hat Holunderküchle gebacken. Diese gab es dann ganz frisch und warm mit leckerer Vanillesosse.


Ein unwiderstehliches Angebot und die Holunderküchle wurden bis auf den letzten Krümmel verzehrt.

Allerdings eine schweißtreibende Angelegenheit, da die Holunderblüten im heißen Fett ausgebacken wurden. Unsere Tische im Innenraum waren nur spärlich besetzt. Dafür ging es im Freien hoch her.

 

An dieser Stelle nochmals meinen Dank an alle ehrenamtlichen Helfer. Nur durch ihren unermüdlichen Einsatz für alles, was rund ums Feriendorf zu managen ist, kann unsere Hilfe bei denen ankommen, die sie brauchen. Wir haben von Anfang an sehr hohe Standards gelebt und diese auch bis heute aufrecht erhalten. Das ist wirklich eine sensationelle Arbeit, die tagtäglich für die gute Sache gemacht wird.

Viele unserer Helfer sind rund um die Uhr telefonisch, per SMS oder Email erreichbar und im Einsatz.

 

Diesen Aufwand kann man gar nicht hoch genug bewerten. Es ist ein ehrenamtliches Netzwerk entstanden, das seinesgleichen sucht. Jeder, der dachte, irgendwann lässt unsere Hilfsbereitschaft nach, hat sich gründlich getäuscht. Und niemand weiß das so gut zu schätzen, wie die, für die wir da sind.

 

Willi Myke

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26. Juni 2015

Integration durch Bildung

 

Nadia Rasho ist eine unserer Gäste aus Syrien. Nun erhielt sie als eine von 50 syrischen Flüchtlingen ein Hochschulstipendium des Landes Baden-Württemberg. Zuhause in Aleppo studierte sie Physik, bei uns wird sie ein Studium im sozialen Bereich absolvieren, "denn was ich hier in Gomadingen an Hilfe und Menschlichkeit erlebe, möchte ich anderen Menschen weitergeben". Ihr Mann Hurik, der in Aleppo eine große Schneiderei betrieb, arbeitet als Minijober beim Gomadinger Bauhof, und gemeinsam besuchen sie die hier angebotenen Deutschkurse.

Nadia Rasho beim Empfang von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Stuttgart

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23. Juni 2015

Sternberg-Café im Ramadan

 

Jetzt ist er da, der Ramadan und viele unserer Gäste nehmen den Fastenmonat sehr ernst. Das haben wir auch so erwartet und am Dienstag weniger Kuchen und Gebäck bereit gehalten.Kinder sind vom Fasten nicht betroffen und das Publikum im Café waren überwiegend Kinder mit ihren Müttern.
Die hatten wie immer ihren Spaß und viel Platz zum Toben. Einzelne Fastende fanden sich auch ein und haben ein Stück Kuchen für später, wenn das Essen wieder erlaubt ist, mit nach Hause genommen.

 

Willi Myke

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Terminankündigung: Nachmittag am See

 

Am Mittwoch, den 1. Juli, um 15 Uhr treffen sich wieder alle Familien am Gomadinger See! Wir wollen Seifenblasen machen, Indiaca spielen, auf dem Spielplatz Spaß haben – und freuen uns auf einen schönen Nachmittag!

 

Die Kindergruppe

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14. Juni 2015

Spiel ohne Grenzen am Sonntag hinter der Sternberghalle


"Wir waren schon lange nicht mehr so glücklich", sagte mir ein afghanischer Flüchtling. Für ein paar Stunden waren alle Alltagsprobleme verdrängt und Gomadinger und Asylgäste lieferten sich packende Wettkämpfe und es gab viel zu lachen.


Wenn es nach unseren Gästen ginge, könnte am nächsten Sonntag wieder „Spiel ohne Grenzen“ statt finden.

 

Fazit: Eine gelungene Aktion in Sachen Integration.
 

Willi Myke

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10. Juni 2015

Thema Familiennachzug

 

Einige unserer Ehrenamtlichen beschäftigt seit einigen Wochen verstärkt ein bisher unbekanntes Thema: der Nachzug der Familien von Männern, die als Einzelreisende hier im Feriendorf angekommen sind. Derzeit laufen bei vier Flüchtlingen – allesamt Syrer – solche Verfahren. Sie nutzen dabei die Möglichkeit, in den ersten drei Monaten nach ihrer Anerkennung als Flüchtling in Deutschland ein Visum für die in Syrien zurückgebliebenen Familienmitglieder zu bekommen.

 

In der Praxis läuft das so ab, dass wir die Deutsche Botschaft in Beirut anschreiben mit der Bitte um die Vergabe eines Termins zur Visumerteilung. Schon diese Mail muss eine ganze Reihe von Dokumenten enthalten. Dann heißt es erst einmal warten: bis zur Bekanntgabe des Termins und schließlich bis zum Termin selbst, der nach unserer Erfahrung zwei bis drei Monate später stattfindet.

 

Liegen dann beim Termin selbst die richtigen Dokumente in der richtigen Form vor, so kann das Visum erteilt werden. Die Familie kann sich dann ganz legal, ohne Schleuser und ohne Todesgefahr im Libanon ins Flugzeug setzen und nach Deutschland fliegen – vorausgesetzt, sie kann das Geld für die Flugtickets aufbringen.

 

Das Hoffen und Bangen während dieses Verfahrens ist bei allen Beteiligten groß: Zuerst natürlich bei den Flüchtlingen, die sich um ihre Kinder und Frauen sorgen, die sich um die Dokumente kümmern und dann in den Libanon reisen müssen, aber auch bei den Ehrenamtlichen, die das Verfahren mit all seinen bürokratischen Hürden begleiten müssen.

 

Hoffentlich sind schon in wenigen Wochen die ersten Kinder hier auf der Alb – weit weg von Krieg und Gefahr!

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6. Juni 2015

Schmuckbasteln im Feriendorf

 

Zum Schmuckbasteln hat Irmgard nun unsere Gäste in das Gemeinschaftshaus eingeladen. Dazu hatte sie ihre Tochter und ihre Enkelin zur Unterstützung mitgebracht. Mit viel Geduld suchten die Frauen die Knöpfe aus, schnitten den Nylonfaden auf die gewünschte Länge und fädelten die Schmuckstücke auf. Einige waren sehr schnell und haben wunderbare Ketten angefertigt. Es war sehr schwül und warm. Der Schweiß lief und die Finger waren feucht. Um so mehr freut uns das Ergebnis.

 

Die Jungs und Mädels wurden von der Enkelin Lena mit dem Knüpfen von Gummi- Armbänden beschäftigt. Die nächste Aktion machen wir dann wieder bei etwas kühleren Temperaturen.

 

Marion Grimberg

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13. Mai 2015

Bericht aus dem Sternberg-Café

 

Auch der gestrige Abend im Sternberg-Café verbreitete eine Vorfreude auf den Sommer. Unsere Gäste genossen den warmen Sommerabend sehr. Alle Fenster und Türen waren weit geöffnet und es hatte etwas von einem Treffen mit Freunden in der freien Natur. Die Kinder haben die Wiese hinter dem Café als Spielwiese benutzt und schon bei unserer Ankunft saßen einige unserer Gäste mitten in der leuchtend gelben Blumenwiese. Daran merkt man, wie sehr die wärmenden Sonnenstrahlen vermisst wurden. Wenn alle fröhlich und gut gelaunt den Tag im Café ausklingen lassen, macht die Arbeit besonders viel Freude.

 

Beim Small-Talk hört man, wie wohl sich unsere Gäste in Gomadingen fühlen. Fast schon heimisch. Leider bleibt es doch nur beim Small-Talk, weil die Sprachkenntnisse auf beiden Seiten nicht ausreichen, um eine intensive Unterhaltung zu führen. Es gibt zwar Fortschritte, besonders bei den Kindern, aber der Spruch „Deutsche Sprache – schwere Sprache“ bewahrheitet sich immer wieder.

 

Nach dem Café habe ich zwei unserer Gäste zum Fußball schauen eingeladen. Beide Fans von Bayern München und gemeinsam haben wir auf ein Wunder gewartet. Leider ist es nicht eingetreten. In der Halbzeitpause haben wir die Nachrichten verfolgt und uns über die Tragödie im Mittelmeer unterhalten. Die krampfhaften Versuche der EU-Kommission heute eine Quotenregelung zu verabschieden, hat bei uns allen nur Kopf schütteln ausgelöst. Besonders die Haltung einzelner EU-Mitgliedstaaten, die sich zwar betroffen zeigen, aber nichts zur Lösung des Problems beitragen wollen. Der Ernst des Lebens hatte uns sehr schnell eingeholt und die Niederlage der Bayern war Nebensache. Mein Fazit: Hilfe kommt von Herzen und die große Politik mit großen Worten und wenig Taten behindert eher. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Weg der kleinen Schritte unbeirrt verfolgen.

 

Willi Myke

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2. Mai 2015

Putzede im Feriendorf: Viele Hände für ein schnelles Ende

 

Am Samstag war Frühjahrsputz im Feriendorf: Das Team vom Sternberg-Café und einige unserer Gäste trafen sich am Morgen zum großen Saubermachen. Die mitgebrachten Reinigungsgeräte waren schnell verteilt und wurden mehr oder weniger einer sinnvollen Verwendung zugeführt. Die Einweg-Gummihandschuhe fanden besonders bei den Kindern großes Interesse. Erstaunlich, wie man Gummihandschuhe zweckentfremden kann.

 

Zwei Stunden lang wurden überhängende Äste und Schmutz aus den Sträuchern rund um das Gemeinschaftsgebäude entfernt und entsorgt. Die Wege wurden gekehrt und der Müll entsorgt. Das Ganze wirkte ansteckend, so dass auch rund um die Ferienhäuser ein geschäftiges Treiben entstand. Ehrlich gesagt war es auch an der Zeit, mal wieder aufzuräumen. Und so ganz nebenbei, Spaß gemacht hat es auch.

 

Es ist halt wie überall. Der schwäbische Gedanke: "Mr sodd amol" muss halt in die Tat umgesetzt werden. Und jeder kennt es: Je mehr Menschen für etwas verantwortlich sind, je weniger fühlen sich verantwortlich. Deshalb war die Putzaktion eine sehr sinnvolle Maßnahme und das Ergebnis ist ein sauberes Feriendorf.

 

Willi Myke

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4. Mai 2015

"Über das Meer": Mehr als zweihundert Besucher bei der Lesung von Wolfgang Bauer

 
So viele Menschen waren schon lange nicht mehr im Gemeinschaftshaus des Feriendorfs: Mehr als zweihundert Besucher kamen zur Lesung des Reutlinger Journalisten und Buchautors Wolgang Bauer, der sein neues Buch "Über das Meer" vorstellte. Darin erzählt er die Geschichten syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge, die sich auf den gefährlichen Weg aus ihrem Heimatland nach Ägypten und von dort aus über das Mittelmeer nach Europa machen.

 

Getarnt mit einer falschen Identität hat Bauer die Flüchtlinge auf diesem Weg begleitet – einige von ihnen Freunde, die er von früheren Reportage-Reisen her kannte. Wie fast alle Flüchtlinge begab sich Bauer auf seiner Reise in die Hände von Schleppern, die ihn von Versteck zu Versteck schmuggelten und nach nervenaufreibendem Warten schließlich auf die gefährliche Fahrt übers Meer schickten. Bis nach Europa geschafft hat Bauer es dennoch nicht: Wie bei vielen Syrern, die sich auf den Weg nach Europa machen, endete seine Flucht vorerst in einem ägyptischen Gefängnis.

 

Fast zwei Stunden lang fesselte Bauer die Zuhörer im Gomadinger Feriendorf mit seinem Bericht. Es folgte eine intensive Diskussion über die europäische Flüchtlingspolitik, die ein solches System aus Schleppern, Schleusern und Kapitänen maroder Schiffe erst entstehen ließ.

 

Für die Flüchtlinge aus Syrien, die vor den Schrecken des Bürgerkrieges in Europa Schutz suchen, forderte Bauer eine Lösung, wie sie sich während des Bosnienkriegs bewährt habe: den Menschen ohne Prüfung des Einzelfalls bis zum Ende des Konflikts eine Zuflucht zu gewähren. Die meisten von ihnen kehrten dann ohnehin in ihre Heimat zurück. Für die "Glücksritter" aus Afrika, wie er sie nennt, die in Europa ihre Zukunft suchen, schlägt er eine "Greencard"-Lösung vor: Nur Zuwanderer mit bestimmten Qualifikationen dürfen ins Land. Ein solches Konzept der legalen Einwanderung brächte das unmenschliche und korrupte Schleppersystem augenblicklich zum Einsturz.

 

Für so manchen Gomadinger enthielt Bauers Bericht durchaus Bekanntes – haben doch viele der Flüchtlinge, die seit einigen Monaten im Feriendorf untergebracht sind, von ähnlichen Erlebnissen auf ihrem Weg nach Europa berichtet. Mit dem Erreichen Deutschlands ist die Flucht jedoch nicht zu Ende: "Das Weggehen ist vorbei, das Ankommen fängt erst an", formulierte es Bauer – eine Erfahrung, die auch viele unserer Feriendorfbewohner derzeit machen. Begleiten wir sie auf diesem schwierigen Weg!

 

Der Alb-Bote und der GEA haben über die Veranstaltungen berichtet: Lesen Sie die Artikel

 

hier>> (GEA) und hier>> (Alb-Bote)

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29. April 2015

Spender ermöglichen Flüchtlingskindern Besuch im Traumland

 

Schon lange war dieser Tag geplant, nun war es nun endlich soweit: Die Kindergruppe des Asylkreises Gomadingen machte sich zusammen mit 31 Kindern und Jugendlichen des Feriendorfes und deren Eltern auf den Weg nach Sonnenbühl ins Traumland. Nicht eine der Familien aus Afghanistan, Syrien, Pakistan und dem Irak hatte es sich nehmen lassen, an diesem gemeinsamen Ausflug teilzunehmen, und allen war die Vorfreude deutlich anzumerken.

 

Die vier Stunden im Traumland vergingen wie im Flug, und wirklich jeder kam auf seine Kosten. Egal ob Kinder, Mütter oder Väter, alle probierten alles aus, und schon allein das Zuschauen machte großen Spaß.

 

Die Kleinkinder bestaunten erst den Märchenpark und genossen dann die Runden im Zügle, auf der Autobahn oder in der Raupe. Alle Familien waren begeistert von der tollen Aussicht im Riesenrad, die größeren Kinder und sämtliche Erwachsenen hatten einen Heidenspaß in der Steinschleuder, die Schiffschaukel wurde auf Herz und Nieren getestet und so manch einer entdeckte auf den Riesen-Sprungkissen den Akrobaten in sich.

 

Ausgelassen waren sowohl Kinder als auch Erwachsene, es wurde Tränen gelacht und das schallende Gelächter steckte auch alle Umstehenden an. Und so manchem Kind war deutlich die Freude darüber anzumerken, dass der Tag auch den Eltern Spaß bereitete: In deren Gesichtern war oft ein fröhliches Lachen zu sehen, wo sich sonst eher die Sorgen um die Familie und deren Zukunft spiegeln.

Ermöglicht haben den wunderschönen und unvergesslichen Tag zahlreiche großzügige Spender und Gönner: die Zuhörer des letztjährigen Adventskonzertes des Musikvereins Hülben, das Team des Traumlands Sonnenbühl, das die Familien in den Park eingeladen hatte, und das Busunternehmen Knorr aus Hayingen.

 

Die Kindergruppe dankt allen Spenderinnen und Spendern!

 

Miriam Raach

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29. April 2015

Vortrag "Über das Meer" und Putzede im Feriendorf

 

In den kommenden Tagen stehen gleich zwei wichtige Termine an: Am kommenden Samstag, 2. Mai, veranstalten wir mit unseren Gästen eine Putzede im und um das Feriendorf und beseitigen all die Hinterlassenschaften, die sich im Lauf des Winters auf dem Gelände angesammelt haben. Los geht es um 10 Uhr: Freiwillige Helfer sind natürlich gern gesehen.

 

Am kommenden Montag, 4. Mai, kommt der Autor und Journalist Wolfgang Bauer zu uns. Ab 19 Uhr liest er im Gemeinschaftshaus (oberhalb des Hallenbads) aus seinem Buch "Über das Meer". Darin schildert er die Schicksale syrischer Flüchtlinge, die sich auf der Flucht vor Bürgerkrieg und Verfolgung unter Lebensgefahr auf den Weg nach Europa machen. Viele der Flüchtlinge, die seit November bei uns eine Zuflucht gefunden haben, sind auf ähnlich dramatischen Wegen nach Deutschland gelangt. Vielleicht werden einige von ihnen an dem Abend  zu dem Thema auch aus eigenem Erleben berichten. Der Eintritt ist frei –  um eine Spende wird gebeten.

 

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15. April 2015

Asyl für ehemalige Angehörige der Bundeswehr

 

Nun stehen wir denen zur Seite, die bisher uns geholfen haben.

Afghanische Dolmetscher, die für unsere Bundeswehr tätig waren, haben keine andere Wahl, als ihre Heimat zu verlassen. Dort leisteten sie unersetzliche Dienste, deswegen drohnen ihnen und ihren Familien nun Folter und Mord. Denn auch nach dem Abzug der westlichen, also auch deutschen Soldaten aus Afghnanistan überziehen die Taliban weite Teile des Landes mit für uns nicht vorstellbarer Grausamkeit. Wer nicht nach deren Vorstellungen lebt, hat letztlich keine Überlebenschance, und Mitarbeiter der westlichen Militärs stehen an der Spitze ihrer Todeslisten.

Fünf dieser einheimischen Dolmetscher haben nun mit ihren Familien bei uns Zuflucht gefunden. Insgesamt 29 Afghanen, davon 19 Mädchen und Buben. Wir in Gomadingen können stolz sein, dass wir dazu beitragen, diesen Menschen eine neue Existenz aufzubauen. Die Erwachsenen sind gut bis erstklassig ausgebildet, sprechen unsere Sprache oder zumindest perfekt Englisch und sind schon jetzt damit beschäftigt, möglichst früh Arbeit zu bekommen.

Wir laden alle Gomadinger Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, diese neuen Mitbewohner und natürlich auch unsere Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Pakistan kennenzulernen. Besuchen Sie doch Dienstags von 18 bis 20 Uhr unser Café oberhalb vom Hallenbad! Kaffee und hausgemachten Kuchen gibt’s für eine kleine Spende ins Kässle, Gucken und Schwätzen inbegriffen.

 

Dorothea Scholl und Bernd Richard Hinderer

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14. April 2015

Wieder neue Gäste im Sternberg-Café


Wir haben heute 13 neue Gäste aus dem Irak und aus Syrien im Sternberg-Café begrüßt. 13 Menschen, die den Horror überlebt haben und jetzt in Gomadingen auf eine bessere Zukunft hoffen. So wie die restlichen Gäste, die uns uns mittlerweile ganz arg ans Herz gewachsen sind, und für die wir alles tun, ihnen einen erfolgreichen Start in die Zukunft zu ermöglichen.

 

Auch heute Abend konnte man sich wieder direkt mit den Menschen aus Syrien, dem Irak, Pakistan oder Afghanistan unterhalten und erfahren, wie sie die letzte Woche weitere Schritte auf ihrem Weg in eine hoffentlich bessere Zukunft gemacht haben. Sei es ein Besuch bei Freunden in München, sei es der erste Schultag für zwei syrische Jungs oder einfach nur Begegnungen in und um Gomadingen mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen.

 

Jeder, der seine freie Zeit, und was ist kostbarer heutzutage, im Feriendorf investiert, bekommt dafür sehr viel zurück. Aktuell gilt es, die Neuankömmlinge mit der gleichen Energie zu unterstützen wie die Gäste, die bereits seit November unser großes Engagement genießen. Es ist sozusagen ein Begleitschutz in die Freiheit und in ein neues Leben.

 

Ich weiß aus eigener Erfahrung, das unser Engagement in den meisten Fällen über das hinausgeht, was wir uns ursprünglich an Zeitinvestment vorgenommen haben. Aber die Begleitung von Flüchtlingen ist ein dynamischer Prozess, der uns allen Vieles abverlangt, was wir uns zu Beginn nicht vorstellen konnten.

Deshalb an dieser Stelle danke an Euch Alle für die geleistete Arbeit.


Pfarrer Kühnle aus Dapfen formuliert es so:

 

"Lieber Herr Myke,
ganz herzlich danke ich Ihnen für Ihre informativen Mails, mit denen ich auf dem Laufenden gehalten werde. Ich freue mich jedes Mal darüber. Ihr großes leidenschaftliches Engagement beeindruckt mich. Herzlichen Dank für alles. Grüßen Sie bitte alle Ihre „Mitstreiterinnen und Mitstreiter“ von mir.
Ich wünsche Ihnen allen für Ihre Arbeit Gottes Segen.
Ihr
Siegfried Kühnle"

 

Gerne gebe ich die Grüße an Euch weiter. In diesem Sinne bis bald

Willi Myke

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8. April 2015

'Unser' erstes Feriendorf-Baby

 

Heute kam die kleine Maha auf die Welt.

Sie wiegt 3300 Gramm und ist 49 cm groß.

Sie hat lange schwarze Haare und die Eltern sind glücklich und alle sind gesund.

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7. April

Neue Gäste im Sternbergcafé

 

Letzten Donnerstag sind nochmal drei afghanische Familien im Feriendorf untergebracht worden. Für sie ist es das erste Mal, dass sie ins Café kommen. Und sie sind heute Abend vollzählig da und sogar die ersten. Für sie ist alles noch neu und wir erklären ihnen, was sie in unserem Café tun können. In erster Linie den leckeren Kuchen genießen und einen Kaffee oder Tee dazu trinken und mit vielen netten Menschen plaudern.

 

Auch die restlichen Feriendorfbewohner kommen nach und nach. Die Kinder umlagern das Küchenbüffet und laden sich die leckeren Sachen auf einen Teller. Ich begrüße unsere Stammkunden und erkundige mich nach ihrem Wohlbefinden. Mittlerweile sehen wir unseren Gästen an, ob sie gut drauf sind oder schlechte Laune haben. Wobei schlechte Laune vielleicht der falsche Ausdruck ist, eher, dass sie etwas belastet. Zum Beispiel dass der sehnlichst erwartete Brief vom Landratsamt mit der Aufenthaltsgenehmigung noch auf sich warten lässt, oder Kopfschmerzen, weil die Sorgen um die Lieben zuhause wieder mal besonders groß sind. Andere kommen von der Arbeit ins Café. Sie gehören zu den Glücklichen, die seit kurzem Minijobber sind und einen ausgefüllten Tag hinter sich haben.

 

Eine dynamische Entwicklung hat in den vergangenen fünf Monaten ihren Lauf genommen. Wir sind mittlerweile auch Ansprechpartner, wenn jemand krank ist oder sonstigen Kummer hat. Das Vertrauen, dass uns entgegengebracht wird, macht uns schon ein bisschen stolz. Und jeder Ehrenamtliche, der das Café besucht, macht sich seine Gedanken, wie er auf seinem Fachgebiet helfen kann oder tauscht sich mit anderen aus, um zu erfahren, was gerade aktuell ist im Feriendorf. Hilfe wird immer benötigt und auch gerne angenommen.

 

Das Osterfest muss dieses Jahr besonders kostspielig gewesen sein, da unsere gestrigen Spenden-Einnahmen in Höhe von 5 Euro sehr mickrig waren.

 

Eine Bitte in eigener Sache: Manchmal kommen volle Kuchenteller zurück. Die Gründe sind entweder, dass die Augen waren größer waren als der Magen oder der Kuchen hat nicht den Geschmack getroffen. Unser Vorschlag: lieber öfter an die Kuchentheke kommen und erstmal ein kleines Stück probieren, um zu sehen, ob der Geschmack getroffen wird.

 

In Zeiten, wo für Millionen von Menschen ein Stück Kuchen ein echter Luxus ist, ist der respektvolle Umgang mit Nahrungsmitteln wichtiger denn je.

 

Bis zum nächsten Mal: Willi Myke

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31. März

Vorösterliches Sternbergcafé

 

Es ist Dienstagabend gegen 21 Uhr. Die Küche im Sternberg-Café ist blitzsauber und alle Teller, Tassen und Gläser sind wieder in den Schränken verstaut. Zeit für einen Absacker. Dorothea spendiert einen Arak und Helene, Marion, Gaby, Evi, Willi und Jack stehen in der Küche und lassen die letzten vier Stunden Revue passieren.


So wie fast immer sind die Kinder die ersten, die gegen 17.30 Uhr ins Café kommen und neugierig sind, welche Kuchen und Leckereien es heute gibt. Man begrüßt sich mittlerweile auf Deutsch und sagt "Hallo", oder "wie geht es Dir" oder "willst Du uns helfen".

 

Sofort werden uns die Teller und Tassen und Gläser abgenommen und auf den Tischen verteilt. Der Ablauf zu Beginn ist Routine und jeder kennt seinen Job. Gegen 18 Uhr ist es meist noch ziemlich ruhig und höchstens 2 Tische besetzt. Zeit für Small Talk. Für die ersten Gäste haben wir die meiste Zeit. Wir reden über die vergangenen Tage, über Aktivitäten, über die Liebsten in der Heimat und über andere Neuigkeiten, wie Jobs, Deutschkurse und den Sturm, der in den letzten Tagen über Gomadingen hinweggefegt ist. Und darüber, wann es denn endlich wärmer wird auf der rauhen ALB und der Frühling kommt.

 

Es dauert immer ein wenig, bis nach dem "Hallo, wie geht ́s Dir und wie war Dein Tag" die Unterhaltung intensiver wird und auch tiefer geht. Hierzu ist noch ein Wechsel in die englische Sprache erforderlich. Wir kennen unsere Gäste mittlerweile ziemlich gut und sehen ihnen auch sofort an, wenn etwas nicht stimmt oder sie bedrückt sind. Und darüber reden wir dann und versuchen sie aufzumuntern. Die katastrophalen Verhältnisse in der Heimat belasten auch im fernen Gomadingen. Heute gibt es allerdings was zu feiern. Zwei Gäste haben für drei Jahre eine Aufenthaltserlaubnis erhalten und sind darüber sehr glücklich.

 

Gegen 18.30 Uhr ist der Raum mit 70 bis 80 Leuten gefüllt. Das Café-Team läuft zur Hochform auf und verteilt Kuchen, Kaffee und andere Süßigkeiten, die von den Spendern frühzeitig angeliefert worden sind. Kinder wollen buntbemalte Ostereier aus unserem Dekokorb haben und verzehren sie mit Genuss. Evi und ihre Helfer vom
 
Kinderbetreuungsteam sind voll in Aktion und damit beschäftigt, die Kleinen zu versorgen. Die ersten Schachspieler haben Platz genommen und sind ganz in ihre Partie Schach vertieft. Auch Stammtische gibt es bei uns. Es ist für einige unserer Gäste zur Gewohnheit geworden, immer am selben Tisch zu sitzen. Ganz wie in jeder normalen Kneipe auch.

 

So gegen 19 Uhr werden die Teller und Gläser knapp und das Spülteam sorgt für frisches Geschirr. Kuchen ist auch langsam alle und besonders die sahnigen und cremigen Kuchen sind schon lange verzehrt. Die Bäckerei Glocker hat heute süße Stückle vom Vortag spendiert und will das auch in Zukunft so handhaben. Vielen Dank dafür. Die Organisation von Kuchen und sonstigem Gebäck ist eine der wichtigsten Aufgaben. Was wäre ein Café ohne Kuchen?

 

Um 20 Uhr verlassen die ersten das Café und begeben sich auf den Heimweg. Andere sind noch in ihr Spiel vertieft oder gönnen sich die letzte Tasse Kaffee und unterhalten sich in gemütlicher Runde. Auch unser Team wird jetzt von den Gästen beim Spülen unterstützt. Viele bringen ihr schmutziges Geschirr direkt in die Küche und erleichtern uns das Aufräumen.

 

Gegen 20.45 Uhr sind fast alle gegangen und nur noch in der Küche und am Küchentresen sitzt das Café-Team und lässt den Abend Revue passieren. Wir sind zufrieden und überlegen bereits, wie wir unseren Gästen noch besser helfen und sie bei ihren Sorgen und Wünschen unterstützen können. Das Sternberg-Café hat wieder einmal seinen Zweck erfüllt und war für fast drei 3 Stunden der Mittelpunkt des Feriendorfs.

 

In diesem Sinne Euch allen ein schönes Osterfest und viel Sonnenschein (wenn auch nur im Herzen) Willi Myke

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31. März

Internetverbindung weiter ausgebaut

 

Heute waren wieder die Freifunker aus Stuttgart da, um den Internetzugang für unsere Gäste weiter auszubauen: In fünfstündiger Arbeit haben sie die Wohnungen im Appartementhaus in unser WLAN-Netz eingebunden. Zudem wurde mit weiteren Routern in den Häusern 14 bis 19 der Internetzugang weiter verbessert. Damit sind nun alle unsere Gäste direkt in ihren Wohnungen online! Ein für viele sehr dringliches Problem ist gelöst, denn nun ist endlich eine enge Kommunikation mit den in den Heimatländern zurückgebliebenen Verwandten und Freunden möglich.

 

Auch um das Problem der noch zu geringen Geschwindigkeit haben sich die Freifunker gekümmert: Auf dem Dach des ehemaligen Speisesaals des Feriendorfs haben sie einen Router installiert. Ein Mitstreiter im Asylkreis, der unten im Dorf wohnt und von seinem Haus eine direkte Sichtverbindung zum Speisesaal hat, stellt nun netterweise seinen Internetzugang zur Verfügung. Über eine Funkverbindung gelangt von hier aus ein Internetsignal ins Feriendorf, so dass wir nun zusätzlich zu dem Anschluss in Jacks Haus einen weiteren Internetzugang haben.

 

So werden die Übertragungsraten für unsere Gäste etwas erhöht – und das, ohne dass es nette Spender bemerkt: Sein privater Internetrouter ist so eingestellt, dass er nur die im Moment nicht benötigte Bandbreite den Gästen zur Verfügung stellt. Will er nun über Internet den verpassten letzten Tatort ansehen, so kann er das in der gewohnten Geschwindigkeit tun. Und legt er sich danach ins Bett, geht wieder die volle Bandbreite seines Anschlusses ins Feriendorf.

 

Weitere solcher Bandbreiten-Spenden wären natürlich sehr wünschenswert, da auch zwei Internetzugänge für dreißig und mehr Leute natürlich immer noch wenig sind. Und damit wäre ich gleich bei einer Bitte: Wer einen Internetanschluss besitzt, von seinem Haus aus das Dach des Speisesaales sieht (zum Beispiel weil er in der Haldenstraße, der Sternbergstraße oder in der Sonnenhalde wohnt) oder auch in Sichtweite des Bahnhofs wohnt und etwas Gutes für unsere Gäste tun will, melde sich bitte unter Fahrdienst@asyl-gomadingen.de bei mir. Dann kann er oder sie nämlich ohne Kosten und technischen Aufwand Teil des Freifunknetzwerks werden, das wir für unsere Gäste aufgebaut haben – und das natürlich auch von allen anderen Gomadingern genutzt werden kann.

 

Ein Haftungsrisiko ist – wie in meinem letzten Bericht erwähnt – dabei völlig ausgeschlossen, da der Zugang über die Freifunk-Server läuft. Die Freifunker betreiben allein in und um Stuttgart mehr als 170 solcher freien Internetzugänge – ohne jegliche Probleme.

 

Nicht zuletzt will ich an dieser Stelle nochmals den Stuttgarter Freifunkern danken, die mit viel technischem Know-How, mit viel Engagement und Freude das Internet-Projekt realisiert haben. Ehrenamtlich, versteht sich!

 

Wer mehr über die Freifunker wissen und beispielsweise einen Bericht über die Arbeit der Gruppe in Gomadingen lesen möchte, klicke einfach hier>>

 

Ulrich Dewald

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28. März 2015

Internationales Nähen im Feriendorf


Pünktlich um 14 Uhr sind aus allen Richtungen die fleißigen Helfer/innen eingetroffen, die sich auch gleich mit Eifer ans Werk gemacht haben.
 
Vor allem die Nähmaschinen waren sehr begehrt, welche mit etwas Hilfestellung ganz gut funktioniert haben.

Wieder einmal ist schwäbische Genauigkeit auf arabische Gelassenheit gestoßen, das Ergebnis kann auf den Tischen des Cafés bewundert werden.

Nach getaner Arbeit wurden alle von Helene mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen verwöhnt.

Mit der Aktion konnten wir viele Gäste ansprechen, es hat allen Spaß gemacht, und es wurde der Wunsch nach weiteren derartigen Angeboten geäußert.


Anne Greiner/Fotos Marion Grimberg

 

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24. März 2015

Besuch im Lagerhaus in Dapfen

 

Eine Geste der Gastfreundschaft: Eberhard Läpple aus Dapfen hat heute alle Bewohner des Feriendorfs und das Team des Sternberg-Cafés in sein "Lagerhaus" eingeladen. Wer mehr dazu wissen will, lese einfach den Bericht im Reutlinger General-Anzeiger>>

 

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20. März 2015

Freies Internet für alle ist da!

 

Im Projekt "Internet für alle" sind wir heute einen großen Schritt vorangekommen: Die ersten Gäste haben nun einen freien Internetzugang in ihren Wohnungen! Bis dahin war es ein weiter Weg – aber das Ziel, unseren Gästen eine befriedigende Kommunikation mit ihren Familien und Freunden zu ermöglichen, die sie oft in Lebensgefahr zurücklassen mussten, ist noch nicht ganz erreicht. Doch dazu gleich mehr.

 

Manchmal können die Dinge eine fast unglaubliche Dynamik entwickeln, wenn man gemeinsam an einer Sache arbeitet: Als klar war, dass ein Internetzugang über Mobilfunk nur ein Provisorium sein kann (bitte einfach meinen Bericht vom 1. März lesen), schrieb ich eine Mail an die Freifunker in Stuttgart und fragte, ob sie uns vielleicht bei unserem Problem helfen könnten. Die Antwort kam innerhalb von zwanzig Minuten: Wir kommen zu Euch auf die Alb! Kostet Euch höchstens die Hardware, die wir installieren.

 

Wer die Freifunker eigentlich sind, wusste ich damals noch nicht. Es ist ein Verein in einem deutschlandweiten Netzwerk von Aktivisten, die unter anderem die Ansicht vertreten, dass der freie Zugang zum Internet zu den Grundrechten gehört. Sie bauen in vielen Städten seit einigen Jahren Netzwerke auf, die möglichst vielen Menschen einen kostenlosen Zugang zum Internet ermöglichen sollen.

 

Die Idee dabei: Wer einen eigenen Internetzugang  besitzt, diesen aber gerade nicht oder nur mit einem Teil seiner Bandbreite nutzt, stellt der Allgemeinheit die nicht benötigte Kapazitäten zur Verfügung. Über einen WLAN-Router zum Beispiel auf dem Fensterbrett können nun die Nachbarn oder auch die Besucher eines nahen Cafés diese nutzen. Die Router sind mit einer speziellen Software ausgestattet und verbinden sich miteinander. Wenn nun in einer Stadt genügend Leute mitmachen, entsteht ein freies Netz für alle.

 

Im Zeitalter von NSA und dem Bestreben der großen Internetkonzerne, möglichst viele Daten von den Internetnutzern zu sammeln, haben die freien Netze noch einen weiteren Vorteil. Sie sind weitgehend anonym. Das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass die sogenannte Störerhaftung bei Freifunknetzen kein Thema mehr ist.

 

Da es gerade in Flüchtlingsunterkünften häufig keinen Internetzugang gibt und die zuständigen Behörden darin in der Regel auch keine große Notwendigkeit sehen, stellen deutschlandweit viele Freifunker ihr Wissen und ihre Technik Flüchtlingen und ihren ehrenamtlichen Helfern zur Verfügung.

 

So auch bei uns: Bereits am 14. März kamen sieben Stuttgarter Freifunker auf die Alb – mit riesigen Taschen voller Router und anderer Hardware, die sie auf den Tischen im Sternberg-Café ausbreiteten. Und dann ging's los: In Jacks Haus wurde ein sogenannter Uplink vorbereitet: Hier gibt es einen bisher toten Telefonanschluss, für den der Asylkreis unter meinem Namen einen DSL-Anschluss beantragt hat. Über einen zentralen WLAN-Router und mehrere kleine Router wird das Internetsignal von hier aus in die Häuser und ins Gemeinschaftshaus geschickt.

 

Bisher konnten wir nur die Häuser 14 bis 19 vernetzen. Das Appartmenthaus lag zu weit weg, um es mit der vorhandenen Hardware anzubinden. Aber unter der tatkräftigen Mithilfe von Jack, der keine Mühen gescheut hat, haben die Freifunker auch hier eine Lösung gefunden, die bei einem weiteren Termin in den Osterferien umgesetzt werden wird.

 

Nach mehr als sechs Stunden Arbeit sind die Freifunker wieder zurück nach Stuttgart gefahren. Und nun hieß es warten auf die Telekom, die den Anschluss erst heute, also am 20. März, freischalten wollte. Und tatsächlich: Als wir von der Einkaufsfahrt zurückkamen, hatte Hameed an seinem Computer schon die ersten Webseiten geöffnet.

 

Die Verbindung war zunächst noch sehr sehr langsam, aber nach zwei Stunden Fernwartung aus Stuttgart konnten die Freifunker die Geschwindigkeit so weit steigern, dass man sich jetzt zumindest gemächlich im Internet bewegen kann. Das Problem dabei ist natürlich, dass immer über zwanzig Leute gleichzeitig an einem Internetanschluss hängen und das die Bandbreite natürlich drastisch reduziert. Kommunikation über Skype ist daher kaum möglich, und das ist für viele, die mit ihren Familien in Kontakt bleiben möchten, natürlich ein großes Anliegen.

 

Die Geschwindigkeitsproblematik wird sich noch weiter verschärfen: Noch ist das Appartementhaus nicht angebunden und es werden ja noch weitere Bewohner erwartet, die alle auf unser Netz zugreifen werden. Daher kam im Gespräch mit den Freifunkern gleich die Idee, das Gomadinger Freifunknetz an weiteren Punkten ans Internet anzubinden. Das könnte über eine Richtfunkstrecke hinunter ins Dorf geschehen. Wie das genau aussehen wird, darüber werde ich berichten, wenn es soweit ist.

 

Hier noch die Zugangsdaten zu unserem Freifunk-Netz, das alle Bewohner und Besucher nutzen dürfen:

WLAN-Name: stuttgart.freifunk.net
Ein Password gibt es nicht, sonst wäre es ja kein Freifunk.

 

Und wer den Bericht samt Bildern der Stuttgarter Freifunker über die Aktion im Feriendorf lesen will, klicke bitte hier>>.

 

Ulrich Dewald

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08. März 2015

 

... wenn der Frühling vor der Tür steht, lässt das keinen kalt. Lautertal runter und Lautertal rauf gestrampelt, Sonne satt und eisige Schattenecken und vor allem fröhliche Herzen. Gomadinger Alltag in seiner schönsten Form.

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06. März 2015

Ein kleiner Statusbericht II

 

Wer hätte gedacht, dass die Unterstützung für unsere Asybewerber so viel Freude bereitet. Und zwar allen - denen wir helfen und denen, die helfen. Und die dunklen Seiten der Wirklichkeit müssen wir leider ebenfalls erleben.

 

Freude über die erste Anerkennung!

Einer unserer irakischen Flüchtlinge hat es geschafft, er wurde als Genfer Konventionsflüchtling anerkannt, besitzt nun also den bestmöglichen Status.

 

Bestürzung über drohende Abschiebungen!

Viel Kummer bereiten uns unsere sogenannten „Dublinfälle“. Eine europäische Regelung besagt, dass Asyl nur in dem Land beantragt werden kann, wo man zum ersten Mal europäischen Boden betreten hat, also zum Beispiel in Bulgarien, Ungarn, Italien. Wer anschließend nach Deutschland kommt, wird – wenn er bereits in einem der Länder von der Polizei aufgegriffen wurde, dorthin zurück abgeschoben.

Warum nicht, könnte man denken. Weil die Konsequenzen politisch absurd sind. Denn so werden die armen Randstaaten der EU finanziell und organisatorischen komplett überfordert. Dass diese Regelung existiert, hat Deutschland maßgeblich zu verantworten!

 

Menschlich unhaltbar sind die Zustände, denen Asylbeweber in Italien und vor allem den östlichen EU-Staaten ausgesetzt sind. Zur Veranschaulichung ein Auszug aus einem Protokoll über die Verhältnisse in Bulgarien.

Nachdem meine Personalien aufgenommen waren, wurde ich gemeinsam mit etwa 45 Personen 25 Tage in Dunkelhaft gesperrt. Viele meiner Mitinsassen waren Kriminelle.

In der Zelle mussten wir alle auf dem Boden schlafen. Nachdem der Toilettenabfluss im Nebenraum verstopft war und das Abwasser in diese Zelle sickerte, waren unsere dünnen Decken vollgesaugt mit Fäkalien und Erbrochenem. Frische Decken gab es die ganze Zeit über nicht, ebenso keine Möglichkeit, unsere Kleidung zu wechseln, bzw. uns zu waschen.

Ich bekam hohes Fieber, ein Arzt verordnete mir ein Medikament. Für dessen Beschaffung wurde Geld von mir verlangt. Da ich nichts bezahlen konnte, bekam ich das Medikament nicht. Ich und die anderen wurden geschlagen, sobald wir um etwas gebeten haben, zum Beispiel um Essen oder frische Decken. Das Essen war nicht genießbar, außer Brot und Wasser konnte ich nichts zu mir nehmen. Frische Unterwäsche und Kleidung erhielt ich nicht.

Dann wurde ich weitere 16 Tage in ein anderes Gefängnis gesperrt. Hier suchte mich ein Dolmetscher auf. Er erklärte mir, wenn ich aus dem Gefängnis wolle, müsse ich bezahlen. Mir wurde ein Handy ausgehändigt, um meine Eltern zu bitten, umgerechnet 1.000 € zu überweisen. Ich rief meinen Onkel an, der eine Bareinzahlung bei Western Union vornahm. Die Auszahlung erfolgte an diesen Dolmetscher. Dann kam ich frei und floh nach Deutschland.

Nur zur Erinnerung: Dies ist die Wirklichkeit in einem europäischen Land! Zum Segen zumindest für Familien mit Kindern verfügen unsere Gerichte, deren Abschiebung bis auf Weiteres auszusetzen. Wie unmenschlich und eines humanen Staates unwürdig eine Abschiebung aber auch für junge Männer ist, zeigt obiger Bericht, der leider nur ein Beispiel von vielen ist.

 

Lernfreude! Rundum erfreulich ist das Thema ‚Deutschstunden‘. Wir haben das Gefühl, unsere Schülerinnen und Schüler – also Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen - bekommen gar nicht genug davon. Neben dem VHS Deutschkurs, der hier bei uns in Gomadingen stattfindet, organisieren wir selbst weitere 10 Zeitstunden. Ein syrischer Familienvater nimmt bereits in Reutlingen am offiziellen Integrationskurs teil – die nächsten beiden folgen in Kürze.

 

Arbeitsfreude! Die Asylbewerber ‚quengeln‘ ganz schön heftig, dass sie arbeiten wollen. Dies ist seit neuestem nach drei Monaten offiziellem Aufenthalt in Deutschland möglich. Das heißt, bei uns leben fast 30 Menschen, die lieber heute als morgen arbeiten, also auch ihren Beitrag  zu unserer Gesellschaft leisten wollen. Die allermeisten sind bestens qualifiziert: Handwerker, ein auf Kardiologie spezialisierter Operationsassistent, Dolmetscher, Maler, Schuhmacher, Schneider. Insbesondere auch Minijobs oder Praktika sind gefragt. Bei festen Anstellungen sollte berücksichtigt werden, dass neben der Arbeit noch Zeit ist für einige Stunden Deutschunterricht. Also: Wer Arbeit anzubieten hat  – bitte melden! 

 

Vorfreude! Die Suche nach eigenen Wohnungen wird langsam ebenfalls relevant. Wer als Flüchtling anerkannt oder zumindest geduldet ist, wechselt vom „Feriendorf“ in die sogenannte Anschlußunterbringung, im Idealfall also in eine eigene Wohnung. Wer also kurz- bzw. mittelfristig eine Wohnung zu vermieten hat – bitte melden! Bis deren Mieter finanziell auf eigenen Füßen stehen, übernimmt die Miete das Sozialamt.

 

Lebensfreude! Es ist einfach schön, dass immer mehr private Kontakte zwischen unseren Gästen und Gomadingern geknüpft werden. Man lädt sich zuhause zum Essen ein, unternimmt Ausflüge, unsere Kinder spielen gemeinsam, Jugendliche treffen sich zum Sport, das Sternberg-Café ist nicht mehr wegzudenken. Die Vertrautheit im Umgang wächst mehr und mehr, ein gutes Stück Alltag ist eingezogen im „Feriendorf“. Und eins haben wir alle gemeinsam: Nach dem langen Winter sehnen wir uns nach den ersten wärmenden Frühlingstagen.

 

Dorothea Scholl und Bernd Richard Hinderer

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3. März 2015

Sternberg-Café jetzt mit Internet

 

Was kaum einer für möglich gehalten hätte, ist Wirklichkeit: Das Sternberg-Café verfügt seit Sonntag über Internet. Somit können unsere Gäste ab sofort mit ihren Eltern, Freunden und Verwandten zu Hause kommunizieren.

 

Jeder, der heute Abend in Café war, konnte miterleben, wie intensiv das neue Medium genutzt wird. Der beste Empfang ist im hinteren Teil des Cafés und somit waren diese Plätze auch die begehrtesten. Es war der Wunsch, der ganz oben auf der Liste stand und nun Realität ist. Und jeder, der selbst ganz selbstverständlich Internet nutzt, kann nachempfinden, wie sehr das von unseren Gästen vermisst wurde.

 

Eine weitere gute Nachricht kommt aus Dapfen. Die Inhaber des Lauertal-Cafés haben das Sternbergcafe-Team und unsere Gäste zu einem Besuch eingeladen. Am 25. März werden wir mit uns mit Autos und Fahrrädern (natürlich nur bei schönem Wetter) auf den Weg machen. Eine gute Gelegenheit, mit unseren Gästen die nähere Umgebung von Gomadingen gemeinsam zu erkunden.

Der beginnende Frühling wird es dann auch ermöglichen, sich mehr in der freien Natur zu bewegen oder einer Beschäftigung nach zu gehen. Es gibt intensive Bemühungen, mit Hilfe von Nebenjobs die Integration zu fördern. Das Interesse ist groß und Angebote gibt es auch schon. Gestern Abend wurden im Café bereits erste Gespräche geführt.

 

Auch heute sind wieder reichlich Kuchen gespendet worden. Wer Lust hat, einen Kuchen zu spenden und auf diese Weise den Café Betrieb zu unterstützen, kann sich direkt mit Anne Greiner in Verbindung setzen:

cafe@asyl-gomadingen.de

 

Willi Myke

 

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1. März 2015

Internet im Sternberg-Café

 

Jetzt gibt es im Sternberg-Café einen Internetzugang: Nachdem wir und vor allem unsere Gäste die vergangenen drei Monate vergeblich darauf gehofft haben, den vorhandenen Zugang des Landratsamts mitnutzen zu können, haben wir nun eine provisorische Lösung gefunden. Es ist ein kleines Kästchen mit einer SIM-Karte, das von dem Sendemasten auf dem Sternberg ein Internetsignal bezieht und dieses über ein gewöhnliches WLAN-Netz an unsere Gäste im Sternberg-Café weitergibt.

 

So können sie über Internet den Kontakt zu ihren Familien und Freunden in den Heimatländern halten. Wie elementar wichtig dieses Medium für unsere Gäste ist, das hatte ich zuerst unterschätzt. Erst in Gesprächen wurde mir klar, wie belastend es für manche ist, nur lückenhaft und mühevoll mit der Familie Kontakt halten zu können.

 

Der Grund, weshalb unseren Gästen der Internetzugang über das Landratsamt verwehrt ist, liegt in der sogenannten Störerhaftung. Verkürzt gesagt heißt das: Werden über einen Internetzugang illegale Dinge getan, steht der Betreiber des Anschlusses mit in der Haftung. In der Praxis geht es dabei in erster Linie um Verletzungen des Urheberrechts. Das Gesetz zur Störerhaftung ist in kaum einem Land so streng wie bei uns – in Schweden beispielsweise gibt es sowas überhaupt nicht. So ganz nachvollziehbar ist es ja nicht, denn überspitzt heißt es soviel wie: Der Briefträger wird verurteilt, weil er ein Paket mit illegalem Inhalt zugestellt hat.

 

Wie dem auch sei: Seit vergangenen Sonntag gibt es einen Zugang zum Internet, den alle nutzen können. Die Sache hat nur einen großen Haken: Das Datenvolumen für die Nutzung mit hoher Geschwindigkeit ist auf 6 Gigabyte begrenzt. Hohe Geschwindigkeiten braucht man zum Beispiel zum Skypen und für andere datenintensiven Dienste, die mit bewegten Bildern arbeiten. Sind diese 6 Gigabyte aufgebraucht, wird es so langsam, dass nur noch Mails oder über Whatsapp Nachrichten verschickt werden können.

 

Meine Hoffnung war, dass diese 6 Gigabyte zumindest zwei oder drei Wochen ausreichen würden. Doch einige unserer Gäste, die sehr viel interneterfahrender sind als ich, hatten gleich gesagt, dass das wohl nicht lange gutgehen wird. Sie hatten natürlich Recht: Nach drei Tagen war das Volumen aufgebraucht. Dennoch wird der nun langsame Zugang nach wie vor fleißig genutzt, was mich sehr freut.

 

Aber nun muss eine andere Lösung her: Nach langem Suchen und Überlegen haben wir nun eine Idee, wie freies, schnelles Internet für alle möglich werden könnte. Und das werden wir auch schaffen – ich werde bald Genaueres berichten.

 

Ulrich Dewald

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26. Februar 2015

Schwäbisch-orientalisches Backen im Gomadinger Backhaus

 

Während wir mit dem Einnetzschüsselchen unsere Bauernbrote in den Ofen gesetzt haben, wurden an unserer Seite mit flinken Händen schöne Fladenbrote geformt. Unsere Mitbäckerinnen aus Afghanistan und dem Irak staunten wahrscheinlich genauso, dass im modernen Deutschland in einem mit Holz beheizten Ofen ohne Temperaturreglung Brot gebacken wird. Da niemand uns sagen konnte, ob die Brote bei der hohen Temperatur am Anfang oder der niedrigeren am gegen Ende besser gelingen, probierten wir beides. Beim nächsten Backen wissen wir, dass sie mit mehr Hitze schöner werden.

 

Anne Greiner

 

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24. Februar 2015

Achtzig Gäste beim Sternberg-Café

 

"57 Millionen Flüchtlinge weltweit. Die höchste Zahl seit dem 2. Weltkrieg": Wenn man am Morgen die Nachrichten anhört und mit dieser Zahl konfrontiert wird, denkt man unwillkürlich an den Abend im Sternberg-Café. Denn dort ist man mit Flüchtlingen zusammengesessen und hat sie auch bewirtet.

 

Der Eifer und die Motivation, mit der alle an dieser ehrenamtlichen Aufgabe beteiligten Gomadinger zu Werke gehen, ist so ansteckend wie die aktuelle Grippewelle. Auf diesem Weg gute Besserung an alle, die aktuell erkrankt sind.

 

Es macht Riesenspaß, zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit unser Café ein Ort der Begegnung geworden ist und sich fest etabliert hat. Es sind immer die kleinen Dinge, die die Welt verändern.

 

So zum Beispiel, dass immer für das leibliche Wohl gesorgt wird und genügend Kuchenspender da sind. Ohne diese freiwilligen Spender und Helfer wäre der Cafébetrieb undenkbar.

 

Daher ist es mir an dieser Stelle ganz arg wichtig, allen Spendern und Helfern meinen Dank auszusprechen. Insgeheim hoffe ich natürlich auch, dass jeder, der unser Café besucht, hinterher den Eindruck mitnimmt, dass sich der Besuch gelohnt hat.

 

Die Spenden in unserem orangen Schwein sind jedenfalls ein Beleg dafür, dass wir vieles richtig machen.

 

Gestern gab es Käsekuchen und Apfelkuchen sowie Nusskranz und Butterbrezen.

Es waren gut und gerne achtzig Gäste, die zwei Stunden miteinander verbrachten und den "Gomadinger Spirit" erlebten.

 

Mein Angebot an jeden: Kommt vorbei und macht mit.

In diesem Sinne gute Zeit bis nächsten Dienstag im Sternberg-Café!

 

Willi Myke

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20. Februar 2015

Arabic women cooking

 

Ein bereits seit Mitte Dezember geplantes Event von uns Frauen der Kindergruppe, mit freundlicher Unterstützung unserer sprachgewandten Belinda, war das gemeinsame Kochen mit allen Frauen, die bis zu diesem Zeitpunkt im Feriendorf angekommen waren. Doch es sollte noch bis zum 31. Januar dauern, bis wir endlich alle nötigen Vorbereitungen, Erklärungen und Absprachen getroffen hatten und endlich zur Tat schreiten konnten.

 

Es war echt eine zeitintensive Herausforderung, den Frauen (und auch den Männern) zu erklären, was wir mit ihnen vorhatten. Den Männern begreiflich zu machen, dass sie erst zum Essen kommen, sich aber in der Zwischenzeit selbstverständlich gerne um die Kinder kümmern durften. Die zu kochenden Mahlzeiten und die gewünschten Zutaten zu erfassen und zu übersetzen. Zu begreifen, dass die Frauen unserem Einkauf nicht vertrauen und selbst mit zum Einkaufen gehen wollten.

 

Es benötigte viele Stunden Gespräche in den Häusern und zahlreiche Tassen Schwarztee.

 

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, fuhren wir am Freitag mit 14 Feriendorfbewohnern (unter denen auch Männer waren) zu Ünal nach Reutlingen. Wir blieben im Laden nicht unbemerkt. Es wurde gesucht, gefragt, mit dem Handy übersetzt, der deutschsprechende Onkel angerufen, damit er erklären konnte, was benötigt wird. Es wurde durch die Regale gerufen, was denn Kornfloor oder Bamies sein könnten, wo man denn Eier und das gute Olivenöl findet, welcher Einkaufswagen fürs gemeinsame Kochen zu befüllen und welcher für den Privatbedarf gedacht ist und vieles mehr.

 

Es herrschte ein kunterbuntes Treiben, aber ein harmonisches Miteinander und eine enorme Hilfsbereitschaft aller. Anschließend, es war in der Zwischenzeit schon dunkel geworden, wurden die Lebensmittel ins Gemeindehaus geschafft, das uns dankenswerter Weise für diese Aktion zur Verfügung gestellt wurde, damit wir am nächsten Tag gleich loslegen konnten.

 

Am Samstag gingen wir ins Feriendorf und holten die Frauen ab. Die anderen Frauen der Kindergruppe bereiteten die Küche mit zusätzlichen Kochplatten, den Festraum mit den Lebensmitteln und zusätzlichen Arbeitsflächen vor.

 

Dann war es soweit: ARABIC WOMEN COOKING!!!

 

Es war den Frauen eine Freude, uns zu zeigen, wie sie ihre Gerichte zubereiten. Die Augen strahlten, als wir uns zeigen ließen, wie man afghanische Mantus (Maultaschen) faltet und sie strahlten noch mehr, als wir dabei dann noch halfen. Wir füllten Weinblätter, zupften und hackten gefühlt Tonnen von Petersilie, und als uns anerkennend zugenickt wurde, spürten wir, dass wir uns gar nicht so schlecht schlugen.

Die Augen der Frauen strahlten auch, als sie sahen, was die gute alte Küchenmaschine alles in so kurzer Zeit mit ihren vielen Zwiebeln und anderen Zutaten machen konnte.

Dazwischen gab es Kaffee, Käskuchen, Marmorkuchen und Muffins zur Stärkung. Auch ein Gläschen Sekt wurde für manche Nerven benötigt.....

 

Aber die Zeit war zu knapp. Manche hatten sich vielleicht auch zuviel vorgenommen. Es waren noch längst nicht alle Gerichte zu Ende gekocht, als die Männer aus dem Feriendorf, die von unseren Männern und Kindern abgeholt wurden, im Gemeindehaus eintrafen. Aber das war kein großes Problem, weil sie ja in der Zwischenzeit noch beim Rühren, Weinblätter stapeln, Auberginen schälen oder beim Tische aufbauen, decken und dekorieren helfen konnten. Es herrschte ein buntes Treiben im Gemeindehaus.

 

Dann wurde das Büffet aufgebaut:

Mantu (afghanische Maultaschen), Salad germantschi (kurdischer Salat), Kutel (Hähnchenflügel), Biryani (gebratener Reis mit Hühnchenfleisch und Rosinen), Babganoush (Auberginen mit Sesampaste), Warak arish (Gefüllte Weinblätter), Tabuleh (Petersiliensalat), Shakria (Kalbfleisch in Joghurtsoße) und dazwischen Schwäbische Kässpätzla, Gomadinger Stangenweißbrot, Kürbiscremesuppe, Karottensalat, Rohkostsalat und ein deutsches Nachtischbuffet.


Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, auf der zum Schluss auch noch ein wenig arabisch getanzt wurde. Vom Spülen, Aufräumen und Putzen wollen wir an dieser Stelle nicht berichten.


Die Frauen der Kindergruppe und Belinda

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17. Februar 2015

Fastnachts-Dienstag im Sternberg-Café

 

Am Fastnachtsdienstag haben Marion und ich als echte Rheinländer uns natürlich kostümiert und sind neugierig ins Café gefahren, in der Hoffnung, jede Menge Narren anzutreffen. Leider Fehlanzeige. Bis auf zwei Kinder, eine Prinzessin und ein Froschkönig, waren alle in Zivil. Also habe ich mich im Sternberg-Café auf die Suche gemacht nach dem "Gomadinger Narren". Und bin auf interessante Erkenntnisse gestoßen. Ein Gomadinger erklärte mir, hier gelte das Motto: "Kein Kostüm ist genug maskiert".

 

Ein anderer versuchte es mit der Historie zu erklären: Und zwar müssen schon der Erzherzog Graf Ulrich und die protestantischen Einflüsse dafür gesorgt haben, dass die Gomadinger Fastnachtsmuffel sind. Ein Dritter sagte: "I brauch koi Koschtüm, i bin alleweil luschdig". Na also geht doch!

 

Unseren Gästen ist das Brauchtum Fastnacht auch fremd. Aber das hat andere Gründe, denen ich vielleicht ein anderes Mal nachgehe. Ich habe mit dem syrischen Jungen, der so gerne Kaffee trinkt, einen Kaffee getrunken und ein paar Fotos gemacht.

 

Immerhin gab es Fastnachtsküchle und die haben doch allen gemundet . Mit oder ohne Kostüm. Es wurde in geselliger Runde gespielt und und erzählt. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass die Gomadinger in der Überzahl waren. Ein weiterer Beleg dafür, dass unser Café eine willkommene Begegnungsstätte ist. Gegen 21.30 Uhr haben die Letzten das Café verlassen und sind nach Hause gegangen.

 

Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann. (Dietrich Bonhoeffer)

 

Willi Myke

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3. Februar 2015

Fröhliche Runde bei Sternbergcafé
 

Inzwischen ist das Café am Dienstagabend schon eine ganz routinierte, runde und eingespielte Sache. Die ersten syrischen Helfer waren schon um kurz vor halb sechs bereit, um die Tische vorzubereiten.

Irmgard hatte schöne Gläser mit Kerzen und guten Zitaten als Tischdeko mitgebracht, auch Anne hat noch einige wunderschöne Wüstenlandschaften mit Kakteen in Gläsern mitgebracht, so dass unsere Tische jetzt wieder freundlich und einladend aussehen. Die Kuchenspenden wurden angeliefert. Es gab dies Mal jede Menge salzige Köstlichkeiten, von Käsehörnchen über Lauchkuchen, Zwiebelquiche, Sesamkräcker bis hin zu Gemüseschnecken.

 

Auf der süßen Seite gab es Zwetschgen- und Rhabarberkuchen – alles superlecker und von unseren Gästen, ob einheimisch oder aus der weiten Welt, gerne genossen und komplett verspeist.

Auch die Spiele waren rege im Betrieb, es gibt schon ein paar eingeschworene Schachspiel-Teams, die kaum aufschauen, so konzentriert sind sie bei der Sache. Im Kinderzimmer war fröhliches Gewusel, beide Kickertische im Dauerbetrieb.

 

Ein kleiner syrischer Bub (8 Jahre) trinkt ordentlich viel Kaffee, auf die Frage, ob er das denn dürfe, lacht er, zeigt auf sich und sagt fröhlich: "Arab!" - na dann, vielleicht bringen wir ihm doch mal ́nen Kinderkaffee mit.:-)

 

Es ist schön zu sehen, wie unsere Gäste auftauen – bei den derzeitigen Temperaturen gar nicht so selbstverständlich – und sich mit uns und auch miteinander gerne unterhalten, ihre Fragen stellen können, und so wie es ausschaut, gerne einfach einen Abend der Woche in angenehmer Atmosphäre verbringen.

 

In der Küche wurde neu angeliefertes Spendengeschirr gespült und verräumt, es wurde diskutiert, ob Geschirrtücher jetzt zu bügeln sind oder nicht, die Stimmung war prima und Helene konnte es sich nicht verkneifen, obwohl sie keinen Dienst hatte, doch noch beim Abwasch zu helfen. Einige der deutschen Gäste treffen sich mittlerweile noch im Anschluss mit den Feriendörflern in deren Häusern, um bei Tee und Spielen den Abend fortzusetzen.

 

Um 20 Uhr war dann irgendwie auch noch nicht wirklich Schluss, das Küchenteam war zwar mit seinen Sachen fertig, hat die Rollläden und die Schotten dicht gemacht, aber ein paar hartnäckige Gäste haben sich noch still und freundlich weiter unterhalten, ein paar Partien Schach mussten auch noch beendet werden und Jack hat sich dann bereit erklärt, die letzten Spieler dann irgendwann heimzuschicken. Der Letzte macht das Licht aus....

 

Esther Spellenberg

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29. Januar 2015

Der erste muslimisch-jesidische Schneemann im Feriendorf!

 

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29. Januar 2015

Auch das Lokalfernsehen RTF.1 berichtet über die Asylbewerber in Gomadingen:

 

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27. Januar 2015

Ein herzliches Danke an die großzügigen Spenden vom Sirchinger Adventskalender und der Firma "All for One Steeb AG" aus Filderstadt

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27. Januar 2015

Landrat Thomas Reumann besucht das Gomadinger Feriendorf

 

Einen dreistündigen Besuch stattete Landrat Thomas Reumann heute dem Feriendorf und seinen Bewohnern ab. Von dem Verwaltungschef gab es viel Lob für die Arbeit der Gomadinger mit den Asylbewerbern. Ein solches Engagement sei geradezu mustergültig. Konstruktive Kritik von den Vertretern des Asylkreises gab es an einigen bürokratischen und organisatorischen Hürden, die den Alltag unserer Gäste erschweren und die bisher noch nicht aus dem Weg geräumt werden konnten. Der Landrat versprach, sich um diese Ansinnen zu kümmern.

 

Ausführliche Berichte über die Gespräche finden Sie hier>> und hier>>.

 

Bewirtet wurden der Landrat und seine Mitarbeiter, die Presseleute, die Vertreter unseres Asylkreises und natürlich die Bewohner des Feriendorfs von den freiwilligen Helfern des Sternberg-Cafés. Immerhin 90 Menschen ließen sich den Gaisburger Marsch schmecken, der vom Gasthof Lamm gekocht und geliefert worden war.

 

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20. Januar 2015

Sternberg-Café: Gäste bewirten Gastgeber

 

Unter diesem Motto stand das heutige Sternberg-Café: Es gab yezidisches Kokosgebäck und leckere Lauch-Pfannkuchen mit einer gewissen Schärfe. Dazu wurden die von vergangener Woche übrig gebliebenen Mutscheln frisch aufgetaut serviert. Und schließlich gab es noch einen rheinhessischen Spundekäs. Somit war wieder für genug Abwechslung auf der wie immer kostenlosen Speisekarte gesorgt.

 

Heute sind einige neue Besucher aufgefallen, die sich einen persönlichen Eindruck vom Café machen wollten, weil sie von Nachbarn und Bekannten ins Sternberg-Café eingeladen wurden. Auch der Bericht im Blättle hat unsere besondere Art der Gastfreundschaft allen Gomadingern nochmals näher gebracht.

Unser Café-Treff ist somit eine Chance, die Integration unserer Gäste voranzutreiben und damit einen wichtigen Beitrag für Ihre Zukunft zu leisten. Danke an alle, die dieses Forum durch ihre Toleranz und Bereitschaft, mitzuwirken, aktiv begleiten. Zu guter Letzt: Vielen Dank im Namen des Sternberg-Café-Teams für die großzügigen Spenden.

 

Willi Myke

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14. Januar 2015

Ein kleiner Statusbericht

 

So schnell kann das gehen.

Wenn wir dieser Tage Neuankömmlinge begrüßen, ist das schon fast zur Routine geworden. Unser Willkommen-Team hat wie schon gewohnt alle Hände voll zu tun und funktioniert ebenso perfekt wie herzlich. Unser Café läuft hervorragend, so langsam wird der Platz knapp - gestern hatten sich fast 100 Gäste eingefunden!

Der gut bestückte Kleiderladen könnte einer Boutique Konkurrenz machen und floriert prächtig. In Spielraum spielt vergnügt eine kunterbunte Meute, liebevoll organisiert von unserer Arbeitsgruppe Kinder (Man erzählt sich, am Tischkicker sehe man ab und zu auch mal ein Kind unter 18 Jahren :-).

Dank der Sprachgruppe hallt einem im Feriendorf überall „Grüß Gott“ „guten Tag“ „wie geht’s Dir?“ entgegen, und die Sportgruppe hält vor allem die jungen Männer ordentlich auf Trab.

 

Unsere Patenschaftsgruppe bietet Unterstützung, wo immer nötig: „Ja, das ist ok, in Deutschland brauchen Wäschetrockner nun mal 2,5 Stunden“, „nein – wenn ein Wasserkocher innen weiß ist, ist er nicht kaputt (entkalken – was ist denn das, wie geht das?).

Die 25 Detailfragen des Anamnesefragebogens beim Zahnarzt zu beantworten, erweitert den eigenen nonverbalen Sprachschatz ungemein (wer kann schon Allergien oder Zahnfleischtaschenreinigung mit Händen und Mimik beschreiben?).

 

Die unermüdliche Ein-Sammelleidenschaft unserer Sachspendengruppe ermöglicht es, dass in jeder Wohnung ‚fern gesehen‘ werden kann und beim Einbiegen in das Feriendorf zuerst mal ein vorsichtiger Blick nach frohen Radfahren angeraten ist.

 

Beim gemeinsamen Einkauf in Münsingen entwickeln sich Begegnungen zwischen den Regalen zu angeregten Betrachtungen über Preise und Angebote hier und im Heimatland, und die Heimfahrt wird als Deutschkurs nebenbei genutzt –„Das Lenkrad ist rund“, „das Auto hat 120 PS“, „die Straße ist glatt“.

 

Manchmal können wir es kaum fassen, dass die ersten Asylbewerber noch nicht einmal zwei Monate mit uns in Gomadingen leben. Sie alle wurden in kürzester Zeit ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags. Erleben zu dürfen, wie Menschen Vertrauen fassen und wieder Pläne für ihre Zukunft schmieden – das erleben wir täglich als Bereicherung unseres eigenen Lebens.

 

Ein großes Danke an ganz Gomadingen, also ausdrücklich auch an die Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht aktiv an unserem Asylkreis beteiligen. Danke dafür, dass Sie mit Ihrer Gelassenheit und Friedlichkeit dieses offenherzige Miteinander von Älblern und Fremden erst möglich machen.

 

Dorothea Scholl und Bernd Richard Hinderer

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13. Januar 2015

Mutscheltag im Sternberg-Café

 

Heute Abend war Mutscheltag in unserem Café. Wir wollten den Gästen diesen alten Brauch zeigen und mit ihnen zusammen um die Mutscheln würfeln. Und daraus wurde eine Veranstaltung aus deutscher Gründlichkeit und orientalischer Gelassenheit. Die Tische waren vorbereitet, die Würfelbecher bereit und die Mutscheln warteten darauf, verzehrt zu werden. Was sich dann entwickelte war eine Art orientalischer Basar mit einer Mischung aus Lebensfreude gepaart mit liebenswertem Chaos.

 

Das mittlerweile bekannte Gemisch aus Kindergeschrei, lauten Unterhaltungen und viel Gelächter war wieder so wie fast jeden Dienstag. Unser Café-Team versuchte den bestmöglichen Service zu bieten und alle Gäste zufriedenzustellen. Sogar die aktuell in Gomadingen anwesenden Austauschschüler aus Frankreich waren zu Gast und mittendrin.

 

Willi Müller hatte ein Schachspiel von einem alten Gomadinger Bürger als Geschenk mitgebracht. Eine besondere Freude für die schachbegeisterten Syrer. Nach fast drei Stunden im Sternberg-Café ging jeder mit den unterschiedlichsten Gedanken im Kopf nach Hause. Kurz vor Feierabend hatte uns ein syrischer Gast gebeten, am nächsten Dienstag einen Imbiss für uns zuzubereiten. Ein schöneres Dankeschön gibt es glaube ich nicht. Wir freuen uns auf neue Genüsse aus fremden Ländern.

 

Zu guter Letzt noch ein Hinweis in eigener Sache:

 

Basis für die kostenlose Verpflegung mit Essen und Getränken sind die Einnahmen aus unserem orangen Spendenschwein. Nur wenn das Schwein regelmäßig gefüttert wird, ist dieser umfangreiche Service möglich. Jeder Cent ist wichtig und kommt zu hundert Prozent unseren vielfältigen Aktivitäten zu Gute. Vielen Dank.

 

Willi Myke

 

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8. Januar 2015

Anonyme Spende

 

Eine anonyme Spende für die Asylarbeit in Gomadingen in Höhe von 1000 Euro ist im Dapfener Pfarramt eingetroffen. Wir danken der unbekannten Spenderin/dem unbekannten Spender ganz herzlich!

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6. Januar 2015

Erstes Sternberg-Café im Neuen Jahr

 

Das erste Sternberg-Café im Neuen Jahr war vor allem von unseren ausländischen Gästen sehr gut besucht. Die Spiele werden gut angenommen und es wäre wirklich gut, unser Angebot zu erweitern. Wer also Erwachsenenspiele hat, darf sie gerne zu einem der nächsten Termine mitbringen.
 
Nett war, dass die irakischen Frauen uns spontan beim Abwaschen geholfen haben. Dabei  haben sie gleich die Gelegenheit genutzt, die deutschen Namen für das Geschirr, mit dem sie beschäftigt waren, zu erfragen. Es macht Spaß, mit so netten und motivierten Leute zusammen zu sein.
 
Auf dem Nachhauseweg wollten wir unserem syrischen Geburtstagskind noch eine Freude bereiten und  haben für ihn ein Lied gesungen.

 

Anne Greiner

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5. Januar 2015

 

Das SWR Radio hat in einer Sendung in SWR4 die Arbeit des Gomadinger Asylkreises vorgestellt. Der Beitrag kann auf unserer Presseseite zum Nachhören heruntergeladen werden.

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5. Januar 2015

 

Unser Feriendorf füllt sich weiter. Diesen Mittwoch wird eine 3-köpfige afghanische Familie erwartet. Am
13. Januar  weitere 12 Personen (eine 6-köpfige syrische Familie mit 4 Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren, ein syrisches junges Paar und 4 pakistanische junge Männer im Alter von 22 bis 35 Jahren). Geplant ist, in Gomadingen insgesamt 80 Asylbewerbern ein Zuhause zu geben.

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30. Dezember 2014
Letztes Sternberg-Café des Jahres

 

Trotz widrigster Wetterverhältnisse trafen sich heute wieder Gönner, Gäste und Freunde zum letzten  Sternberg-Café des Jahres. Der inzwischen bestens organisierte Imbiss bestand wieder aus Kuchen (Gugelhupf), Mandarinen-Sahnetorte, Zwiebelkuchen, Käsestangen und Muscheln.

 

Jeder der Anwesenden konnte entweder in gemütlicher Runde plaudern, ein Spielchen machen, den Kinderbetreuern assistieren oder einfach nur dabei sein – jeder nach seinem Gusto. Kicker und Schach sind mittlerweile die Favoriten. Gesellschaftsspiele wie Mühle, Dame oder Backgammon sollten noch angeschafft werden. Die Nachfrage ist da.

 

Mit dem Sternberg-Café hat Gomadingen wirklich nun einen internationalen Treff – und der ist richtig beliebt. Bis nach 20 Uhr wurde diesmal "gehockt". Dann verließen auch die letzten Gäste das Lokal.

Nun wünschen wir Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2015 und freuen uns auf viele Gäste: immer am Dienstag von 18 bis 20 Uhr.

 

Willi Myke

 

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29. Dezember 2014

 

Da die Sporthalle in den Ferien geschlossen hat, haben wir unsere Montagabend Sportgruppe nach Engstingen auf die Bowlingbahn verlegt. Auch wenn Bowling nicht unbedingt zum 'Breitensport' in Syrien gehört, haben sich alle ganz tapfer geschlagen und es hat allen Spaß gemacht.

 

 

 

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26. Dezember 2014

Ein Dankeschön von allen Asylbewerbern an alle Gomadinger

 

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23. Dezember 2014

Großer Andrang beim weihnachtlichen Sternberg-Café

 

Alle Hände voll zu tun hatten wir fünf Helfer beim Sternberg-Café am 23. Dezember: Schon um 17.30 Uhr waren die ersten Gäste da. Im Laufe des Abends waren alle Tische besetzt, so dass wir kaum mit der Bewirtung nachkamen. Auch haben wir haben einige neue Gesichter gesehen. Muss wohl mit dem Datum 23.12. zusammenhängen.

 

Die Stimmung war vorweihnachtlich warmherzig und fröhlich. Esther hatte einen türkischen Spinat/Schafskäse-Strudel mitgebracht sowie ein Waffeleisen und Teig. Helene hat herzhaftes Kleingebäck spendiert. Außerdem war noch ein Apfelkuchen im Angebot. Unsere syrischen Gäste haben ebenfalls einen Kuchen gebacken und unter den Anwesenden verteilt. Alles wurde innerhalb kürzester Zeit mit großem Appetit von den Café-Gästen verzehrt.

 

An einem Tisch wurde erzählt, am nächsten Schach oder Würfelpoker gespielt. Und jeder konnte zwei Stunden Sternberg-Café genießen. Unser Spendenschwein wurde mit insgesamt 92 Euro gefüllt. Claudia hatte einen CD-Player mit weihnachtlicher Musik dabei. Einfach rührend, wie sich jeder von uns so seine Gedanken macht, Ideen in die Tat umsetzt und das mit Herzblut.

 

Danke dafür an Euch alle! Die Begeisterung der Gäste ist es dann auch, die einen dann extrem zufrieden nach Hause gehen lässt und jedem das Bewusstsein gibt, sich für eine wirklich gute Sache einzusetzen. Für uns als Team ist wichtig zu wissen, dass die herzhaften Angebote sehr gut ankommen und wir damit goldrichtig liegen.

 

Willi Myke

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23. Dezember 2014

Große Freude über Fahrräder

 

Einen Tag vor Heiligabend war die Freude groß im Feriendorf: Dank der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung in Gomadingen und weit darüber hinaus konnte jeder sich heute jeder der Gäste ein Fahrrad aussuchen. Vom Kinderfahrrad über das Tourenfahrrad aus den 1980er-Jahren bis zum modernen Mountainbike war alles dabei.

 

Die Fahrräder waren von der Arbeitsgruppe Sachspenden in vielen Fahrten abgeholt und an Ort und Stelle gebracht worden. Insgesamt 26 Räder suchten einen neuen Besitzer – und so konnte jeder Bewohner des Feriendorfs ein passendes Fahrzeug finden.

 

Besonders die Jugendlichen waren begeistert und flitzten mit ihren Mountainbikes gleich durchs Feriendorf und bis hinunter in den Ort. Aber auch die Mütter und Väter freuten sich sehr über ein kleines Stück mehr Mobilität, das nun hinzugekommen war. Sie wollen die Räder für Einkaufsfahrten ins Dorf nutzen oder um – Radfahrwetter vorausgesetzt – die Gegend zu erkunden.

 

Die rund zehn Räder, die jetzt noch übrig sind, werden von der Arbeitsgruppe Sachspenden nun für die nächsten Gäste aufbewahrt, die im kommenden Jahr ins Feriendorf kommen werden.

 

Vielen Dank allen Spenderinnen und Spendern! Sie haben den Bewohnern des Feriendorfes eine große Freude gemacht.

 

Ulrich Dewald

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21. Dezember 2014

 

 

Wenn wir uns annehmen können, so wie wir fühlen und denken,

mit unseren Hoffnungen und Erwartungen, mit unseren Ecken und Kanten,

mit unseren Problemen, Sehnsüchten und Ängsten

dann ist für uns alle Weihnachten.

 

Im Namen des Café-Teams möchte ich mich bei allen für die gute, harmonische Zusammenarbeit und die vielen Kuchenspenden bedanken. Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr.  

                            

Anne Greiner

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Weihnachten im Feriendorf

 

Auch über die Zeit der Feiertage sind wir für unsere Gäste da: Am Dienstag, 23. Dezember, ist das Sternberg-Café wie gewohnt von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

 

Am Mittwoch, Heiligabend, wollen wir unseren Gästen ein Stück von dem zeigen, was Weihnachten für uns bedeutet:  Wir werden sie herzlich einladen, bei der Öffnung des letzten, großen Türchens im Gomadinger Adventskalender dabei zu sein. Wir treffen uns daher um 12.30 Uhr vor dem Gruppengebäude im Feriendorf, um gemeinsam mit den Gästen zum Rathaus zu gehen. Wer direkt auf den Rathausplatz kommen möchte, kann dies natürlich ebenfalls tun. "Türlesöffnung" ist um 13 Uhr.

 

Am Dienstag, 30. Dezember, und am Dreikönigstag ist das Sternberg-Café wie gewohnt von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

 

An den vergangenen Dienstagen hat sich gezeigt, dass viele unserer Gäste sehr gerne Gesellschaftsspiele spielen. Wer also gerne Mühle, Schach, Backgammon  oder was auch immer spielt, findet im Sternberg-Café vielleicht passende Spielpartner. Womöglich findet sich ja sogar eine schwäbisch-syrisch-pakistanische Skat- oder Binokelrunde zusammen....

 

Gespielt wird auf jeden Fall am Dienstag, 13. Januar: Dann nämlich wird auch im Sternberg-Café um Mutscheln gewürfelt.

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19. Dezember 2014

Ein lieber Weihnachtsgruß aus dem Landratsamt

 

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18. Dezember 2014

Danke für all die schönen Weihnachtsgeschenkte

 

Die Stuttgarter Firma TSS (Trelleborg Sealing Solutions) hat Weihnachtsbäume in ihrer Firma aufgestellt an denen Wunschzettel von (Flüchtlings-) Kindern hingen. Die Mitarbeiter haben sich einen Kinderwunsch 'gepflückt' und ließen alle Wünsche in Erfüllung gehen. Die Freude war groß als heute die 'Christkinder'  die Geschenke hier in Gomadingen überreichten.

 

DANKE an die Stuttgarter TSS Christkinder

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16. Dezember 2014

Gomadingen sehen und mögen – unser Begrüßungskomitee spazierte schon das dritte Mal mit einer Gruppe Neuankömmlinge gemütlich durch den ganzen Ort. Unsere Gäste guckten und fragten, Susanne und ihr Team zeigten und erklärten, so wie es eben bei jeder Führung zugeht.

Dass dies trotz babylonischem Sprachgewirr funktioniert, liegt zum einen daran, dass sich alle tüchtig Mühe gaben, sich mit Händen, Mimik und ein bisschen Englisch zu verstehen und vor allem an unserer multisprachlichen Aktivistin Belinda.

An die ganze Gruppe ein herzliches Danke im Namen des ganzen Asylkreises. Und - ohne vermessen zu sein – auch im Namen Gomadingens insgesamt. Denn liebenswürdiger kann eine Gemeinde nicht präsentiert werden, weltoffen, herzlich, gastfreundlich.

 

Bernd Richard Hinderer

 

 

 

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08. Dezember 2014

 

Am 2. Dezember im Landratsamt Reutlingen:

 

Große Versammlung aller Asylkreise des Landkreises Reutlingen im Landratsamt. Landrat Thomas Reumann hatte zum Gespräch eingeladen, so wie jedes Jahr zwei mal. Gekommen waren VerteterInnen sämtlicher Asylkreise, insgesamt etwa vierzig Aktive. Für Gomadingen waren Karin Greger und ich dabei. Über unsere spezielle Situation in Gomadingen konnten wir zwei Aspekte zur Sprache bringen:

Erstens die Schwierigkeiten unserer BewohnerInnen bei Einkaufsfahrten zu preisgünstigen Lebensmitteln. Der für „Verkehr“ festgesetze Hartz-4-Betrag (24,62 im Monat) erlaubt wöchentlich gerade mal eine Fahrt mit Bus oder Zug nach Münsingen, bzw. Engstingen. Zusätzliche Angebote sind daher unerlässlich.

Das Landratsamt versicherte, sich derzeit für die Asylbewerber im Ermstal und auf der Alb um einen Fahrer im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdie) zu bemühen. Die Aussichten, dass er (oder sie) in den nächsten sechs Wochen samt einem geeigneten Fahrzeug für Einkaufsfahrten zur Verfügung steht, seien gut. Das ist erfreulich. Ob dies für Gomadingen ausreichen wird, wenn in nächster Zeit alle 80 AsylbeweberInnen hier leben, werden wir sehen. Wenn nötig, organisieren wir unsere derzeit spontanen Fahrdienste dann systematisch, natürlich mit einem künftigen Bufdie abgestimmt. Bei unserem letzten Organisationstreffen haben wir darüber ja schon gesprochen.

 

Das WLAN-Netz ins Internet besteht im ehemaligen Feriendorf noch immer; leider ist es nur mit einem uns nicht bekannten Passwort zugänglich. Mein Vorschlag, es freizugeben, stieß auf entschiedenen Widerstand.

Landrat Reumann argumentierte zum einen mit haftungsrechtlichen Problemen, sagte allerdings zu, die Rechtslage zu überprüfen. Zum anderen wurden grundsätzliche Bedenken formuliert, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Kurz gesagt: Man befürchtet, dass in welcher Form auch immer bedenkliche Inhalte angeschaut werden. Insbesondere solche, die Kinder und Jugendliche gefährden könnten. Mein Einwand, dies sei doch ein Problem unserer ganzen Gesellschaft, und ich könne hier keinen Unterschied zwischen Familien von Asylbewerbern und Nicht-Asylbewerbern sehen, wurde nicht akzeptiert. Ich denke, hierüber sollten wir mit dem Landratsamt noch einmal reden.

 

Die insgesamt über drei Stunden im großen Sitzungssaal lassen sich grob in zwei Bereiche einteilen:

Erstens: Ausführliche Berichte der Fachleute des Landratsamts über finanzielle und strukturelle Grundlage und Prognosen. Zweitens der Austausch über grundsätzliche und einige spezielle Anliegen der Asylkreise.

Kernaussagen des ersten Bereichs: Der Landkreis muss für die Unterbringung der Asylbewerber erheblich mehr finanzielle MIttel aufwenden, als das Land zur Verfügung stellt. Für die künftige Unterbringung sollen vermehrt neue Räumlichkeiten geschaffen werden, die in späterer Zeit im Rahmen des sozialen Wohungsbaus genutzt werden können.

 

Im zweiten Teil ging es vor allem um die Koordination zwischen Ehrenamt und Verwaltung, die Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit sowie deren Koordination untereinander. Die große Bitte der Asylkreise: Eine zusätzliche Stelle im Landratsamt zur Koordination der ehrenamtlichen Arbeit sowie deren klare Abgrenzung zu den Aufgaben der Sozialarbeiter. Das Landratsamt seinerseits wünscht sich pro Asylkreis ein, zwei verlässliche Ansprechpartner. Beides wird allseits akzeptiert, konkrete Maßnahmen wurden nicht beschlossen.

 

Ein grundsätzliches Thema war noch das Recht auf Arbeit für Asylbewerber nach dem dritten Monat ihres Aufenthalts. Deswegen fragte ich nach, was für deren Unterstützung bei der Arbeitssuche geplant sei. Antwort: Hierfür wird derzeit mit der Agentur für Arbeit über die Schaffung einer eigenen Stelle verhandelt. Wenn ich es recht verstanden habe, wird diese Stelle in absehbarer Zeit auch zur Verfügung stehen. Sollte im Laufe des Januar nichts Konkretes geschehen, sollten wir im Landratsamt nachfragen.

 

Bernd Richard Hinderer

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08. Dezember 2014

Diese Woche Donnerstag wird eine 8-köpfige irakische Familie bei uns ins Feriendorf einziehen.

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05. Dezember 2014

Noch ein kleiner Hinweis für die Sicherheit unserer kleinen Gäste: Wer Familien mit Kindern im Auto zum Beispiel zum Einkaufen nach Münsingen mitnimmt, sollte darauf achten, einen Kindersitz oder zumindest eine Sitzerhöhung zu nutzen.

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01. Dezember 2014

Ab heute fangen wir mit unseren Deutschkursen im Gemeinschafthaus an. Über die Woche verteilt bieten wir 14 Unterrichtsstunden an - den Zeitplan finden sie bei der Arbeitsgruppe Sprache. Zudem werden wir nach Bedarf Alphabetisierungskurse durchführen.

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26. November 2014

Ab nächste Woche Donnerstag (04. Dezember) werden weitere 10 Asylbewerber in unserem Feriendorf wohnen: eine pakistanische Familie und 6 Syrer.  Die 'Willkommens- Vorbereitungen' laufen bereits auf vollen Touren.

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25. November 2014

Mit 70 bis 80 Gästen war das Sternberg-Café an seinem Eröffnungstag bis auf den letzten Platz besetzt.  Sämtliche Asylbewerber und viele Gomadingerinnen und Gomadinger hatten erstmals Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen. Lebhafte Unterhaltung an allen Tischen, ein unbekümmertes Miteinander, und von Sprachproblemen oder gar Berührungsängsten keine Spur. Wo Englisch oder Französisch nicht ausreichten, wurde halt mit Händen und Gesicht geredet. Und - wer hätte das gedacht - zwei aus Afghanistan stammende Buben dolmetschten in nahezu perfektem Deutsch.

 

Bürgermeister Betz eröffnete den Abend mit einem kleinen Willkommenspräsent für unsere ausländischen Gäste - und das auch noch zweisprachig.Von Flädlessuppe und Kichererbsensuppe blieb so gut wie nichts übrig, vom selbstgebackenen Kuchen nur Krümel. Ein Spielecke für die Mädchen und Jungs gab's im Nebenzimmer, und wer nicht lieber bei den Erwachsenen blieb, konnte sich hier so vergnügen, wie das Kinder aus aller Welt nun mal tun. Unser Arbeitskreis Sternberg-Café hat wirklich perfekte Arbeit geleistet, alles lief reibungslos, alle haben sich wohl gefühlt. Herzlichen Dank im Namen von uns allen! Wir freuen uns auf nächsten Dienstag!

 

Bernd Richard Hinderer

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24. November 2014

Heute hat zum ersten Mal das Sternberg-Lädle geöffnet. Es war ein voller Erfolg: Alle Familien kamen und haben sich gut eingedeckt für die kommenden kalten Wintertage: warme Jacken, Jeans, Pullover, Handschuhe, Schals und Schuhe. Für den Haushalt gab es Bettwäsche, Handtücher und Wolldecken. Auch Schultaschen haben die Kinder schon mal mitgenommen – und bei Mustafa gab es strahlende Augen, da er ein paar Inliner in seiner Größe fand. Danach bekam jedes Kind noch eine liebevoll zurecht gemachte Kiste mit altersgerechten Spielsachen.

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24. November 2014

Diese Woche Dienstag öffnet um 18 Uhr das Sternberg-Café zum allerersten Mal. Die Besucher erwartet eine syrische Kichererbsen- und eine schwäbische Flädlessuppe!

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21. November 2014

Wir möchten uns bei Ihnen für die Vielzahl von Kleiderspenden bedanken. Unser 'Sternberg-Lädle' ist bis oben gefüllt, so dass wir bis auf weiteres KEINE weiteren Kleiderspenden mehr annehmen können.

 Herzlichen Dank!

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18. November 2014

Heute sind die ersten 4 Familien angekommen.

 

Beide Pfarrer konnten kommen, Jens, Wolfgang, Heike, Belinda und ich (mit Kids) sind mit den Sozialarbeitern von Haus zu Haus gegangen und haben die Familien im Namen der Gomadinger willkommen geheißen und unsere Körbchen überreicht. Ich glaube, alle waren ganz gerührt und überwältigt und haben sich gefreut (hätten wir jede Einladung angenommen wir wären jetzt noch am Tee/Kaffee trinken).

 

Unsere Begrüßungs-Körbe waren gut gefüllt, es fehlte kaum noch was ;-). Belinda hat im türkischen Supermarkt in Reutlingen ganz viel Brot und Gemüse geschenkt bekommen, so dass jede Familie zusätzlich eine Kiste und eine große Tüte Lebensmittel bekam.

 

Es war auf jeden Fall eine gute und wichtige Aktion! (ich freu mich jetzt schon auf die nächste Begrüßung).

 

Susanne Winter für das Team Begrüßung

 

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15. November 2014

Kleiderspenden für Asylbewerber

Für unsere Asylbewerber suchen wir Kleider, die in einem guten Zustand, gewaschen und zu schade zum Wegwerfen sind. Benötigt werden Kleider und Schuhe für Kinder und Erwachsene (Damen und Herren). Darüberhinaus werden auch Woll- und Fleecedecken, Bettwäsche und Handtücher benötigt.

Am dringensten werden – jahreszeitlich bedingt – folgende Artikel gesucht: Winterjacken, Winterschuhe, warme Strumpfhosen für Kinder, Matschhosen für Kinder.

Ihre Kleiderspenden können Sie erstmals abgeben am Donnerstag/Freitag den 20./21. November von 17-19 Uhr im Feriendorf, großes Gemeinschaftshaus oberhalb des Hallenbads. Herzlichen Dank!

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14. November 2014

Das Landratsamt Reutlingen informiert uns, dass es sich bei den weiteren 10 Asylbewerbern vom kommenden Dienstag um eine weitere syrische, bzw. pakistanische sowie eine afghanische Familie handelt.

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11. November 2014

Unsere zweite Besprechung zur Betreuung der Asylbewerber im Gemeinschaftshaus auf dem Feriendorf-Gelände. Wir müssen schon wieder 'nachstuhlen' da fast 100 Teilnehmer/innen kommen, die sich nahezu vollständig aktiv in eine Arbeitsgruppe einbringen.

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Nach den einführende Worten von Bürgermeister Betz stellt ein Vertreter des Landratsamts die beiden verantwortlichen Sozialarbeiter Isabell Romanek und Sven Jäger vor und informiert uns über den aktuellen Stand.

 

Am 18. November werden die ersten 20 Asylbewerber in unser Dorf einziehen. Aus Pakistan kommt eine Mutter mit 2 Kindern (7 und 9 Jahre) und ein älteres Ehepaar. Aus Syrien eine 5-köpfige Familie: Vater und Mutter, 2 Kinder (4 und 5 Jahre) und der 13-jährige Schwager.

 

Weitere zehn Personen werden noch bis Freitag dieser Woche von der Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe dem Kreis Reutlingen für Gomadingen zugewiesen.

 

Im Anschluss wird der vorläufige  Internetauftritt gezeigt und die Arbeitsgruppen stellen ihre Ideen vor und berichten über den Stand ihrer Arbeit. Die schon feststehenden Termine finden Sie hier. Erste Inhalte der Arbeitsgruppen können Sie ab kommenden Montag, 17. November, nachlesen.

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04. November 2014

Unsere erste Besprechung zur Betreuung der Asylbewerber. Die Resonanz mit mehr als 70 Teilnehmer/innen war überwältigend. Inhalte für Hilfe und Betreuung werden festgelegt und verschiedene Arbeitsgruppen gebildet.

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29. Oktober 2014

Unsere Pfarrer Johannes Streib (Gomadingen) und Siegfried Kühnle (Dapfen) und unser Bürgermeister Klemens Betz lädt die Bevölkerung zu einer ersten Informationsveranstaltung ein. Rund 200 Gomadingerinnen und Gomadinger informieren sich. Der Entschluss, einen Asylkreis ins Leben zu rufen, wird noch am gleichen Abend gefasst. Ebenfalls wurde gleich der Beschluß gefasst sich dem Diakonieverband anzuschließen.

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07. Oktober 2014

Das Landratsamt kommt auf die Gemeinde zu und fragt an, ob es vorstellbar sei, das leerstehende Feriendorf für die temporäre Unterbringung von Asylbewerbern zu bekommen. Die Gespräche mit dem Eigentümer kommen schnell zu einem positiven Abschluss. Über die Presse wird die Bevölkerung über das Vorhaben informiert.

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