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 Gomadingen:  März 2017

Zum dritten Mal wurde in der Sternbergschule orientalisch gekocht. Am Samstag, den 13.März haben sich 10 Teilnehmer/innen unter Anleitung von Hannaa und Omar in die Geheimnisse der irakischen Küchen erführen lassen. Gemeinsam wurde ein reichhaltiges Büffet gekocht, das allen richtig gut geschmeckt hat.
Aja hat gedolmetscht, wenn es mit der Verständigung nicht klappen wollte und zeigte uns außerdem, wie ihr Lieblingssalat zubereitet wird. Bei der Organisation haben Regine Keuerleber und  Anne Greiner vom Arbeitskreis Asyl wieder mitgeholfen.

Zum Nachkochen haben wir viele leckere Rezepte - ein Rezept hier zum Ausprobieren:

BRINANI (Irakischer Reis) - ca. 10 Personen

1 kg Basmati Reis,
400 g Fadennudeln,
1 Hühnerbrustfilet,
100 ml Öl,
200 g Mandeln,
300 g Sultaninen,
1 große Dose Erbsen,
2 Brühwürfel,
5 Kardamomkapseln,
Salz, Pfeffer, Baharat (orientalische Gewürzmischung)

Das Hühnerbrustfilet in Salzwasser garen. Die Mandeln in etwas Wasser kochen und häuten.
Die Fadennudeln in Öl anbraten und mit der 1 ½ fachen Menge (Volumen des Reises)  Wasser aufgießen und zusammen mit Salz, Brühwürfel grob zerkleinerten Kardamomkapseln zum Kochen bringen.
Wenn es kocht den gewaschenen Reis dazu geben, zurückschalten und langsam garen. In der Zwischenzeit die gekochte Hühnerbrust in Würfel schneiden und im schwimmenden Öl bräunen. Die abgezogenen Mandeln ebenfalls in Öl bräunen. Danach die Sultaninen auch kurz ins heiße Öl geben. Anschließend die abgegossenen Erbsen, Mandeln und Rosinen vorsichtig unter den gegarten Reis mischen. Mit Salz, Pfeffer und Baharat abschmecken.
In einer Schüssel anrichten und mit den Hühnerbrustwürfeln garnieren.

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Gomadingen, November 2016

 

Schon zum 2ten Mal fand ein VHS Kochkurs aus fernen Ländern statt. Dieses Mal war Afghanistan das Gastland.
10 Teilnehmer/innen aus Gomadingen und Umgebung wurden von Halima und Suhaila in der Sternbergschule in die Küchengeheimnisse ihres Heimatlandes eingeführt.Überall wurde emsig geschnipselt, gebrutzelt und manches Mal war die Überraschung über den andersartigen Umgang mit den Lebensmitteln groß.
Das gemeinsam zubereitete Essen wurde anschließend zusammen genossen, allen  hat es super geschmeckt.


Bei der Organisation wurden die Köchinnen von Regine Keuerleber und Anne Greiner vom Arbeitskreis Asyl unterstützt. Halimas Sohn Hadi war ein guter Dolmetscher.

 

Und wer Lust zum Nachkochen hat hier das Rezept für Bulani - für weitere Rezepte aus der afghanischen Küche können Sie uns gerne ansprechen:

 

Bulani – Hefeteigtaschen gefüllt mit Kartoffeln und Frühlingszwiebeln
Zutaten für den Teig:
1 kg Mehl
2 Hefe
1 Eßl. Salz

Die Zutaten mit warmem Wasser zu einem Teig kneten ( Konsistenz wie ein Spätzlesteig ),
zugedeckt mit einem Tuch ca. 30 Min gehen lassen

Zutaten für die Füllung:
400 g Frühlingszwiebeln
1,5 kg Kartoffeln
je ½ Eßl. Salz, Pfeffer und Paprika
Die Kartoffeln in Wasser garen
Die Zwiebeln in 1/2 cm dicke Ringe schneiden

gekochte Kartoffeln reiben und mit den Frühlingszwiebeln und den Gewürzen zu einer Füllung verrühren


Bulani herstellen:
kleine Teigkugeln aus dem Hefeteig formen,dabei den Teig mehrmals zusammenklappen,
Teigkugeln ca. 5 Min. gehen lassen
jede Kugel mit den Fingern flach drücken, zwischen den Händen klatschen
jedes flachgedrückte Teigstück zur Hälfte mit der Füllung bestreichen, die andere Hälfte darauf klappen und festdrücken dann soviel Öl in eine Pfanne geben, dass die Bulani darin schwimmen
Bulani goldbraun backen
gebackene Bulani auf eine Platte mit Küchenpapier legen.

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Gomadingen: 12. Dezember 2016

 

Herzlich willkommen hieß es am Samstagnachmittag in den Räumen vom

Sternberg-Café. Das Café Team hat sich für alle Kinder aus nah und fern

etwas Besonderes einfallen lassen: Das „Mitspieltheater“ von "Kauter und Sauter" war zu Gast

mit dem Märchen Schneewittchen. Und wie es sich für ein richtiges Mitspieltheater gehört, durften einige Kinderaus dem Publikum in eine Rolle schlüpfen und mitmachen: sie waren mit Feuereifer dabei :-). Aber nicht nur die kleinen Gäste sondern auch Mama, Papa , Onkel,

Tante,Oma und Opa hatten ihren Spaß.

 

Vielen Dank an Anne Greiner für die Organisation der sehr gelungenen

Veranstaltung und an alle Besucher, die der Aufführung zugeschaut haben.

 

 

 

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23. Oktober 2016 

 

Konzert Aeham AHMAD - ein ergreifender Abend

 

"Aeham Ahmads Geschichte zeigt, dass Beethovens Freiheitswille und sein Glaube an die
Kraft der Musik bis in unsere Gegenwart nichts von ihrer Bedeutung verloren haben."

(Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, bei der Preisverleihung des  Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte. Der Preis ging 2015 an Aeham)
 

Artikel Alb Bote - Aeham

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20. Oktober 2016

 

Vertreibung
„Gedanken aus Gespräche mit geflüchteten und ehrenamtlich engagierten Menschen 2016“,
Copyright Pfarrerin Ines Fischer, Asylpfarramt Reutlingen

Gehen müssen.
Und nie wieder zurückkommen.
Ich habe das nicht gewollt.
Und oft will ich wieder zurück.
Ich bin nicht freiwillig gegangen.
Wer geht schon freiwillig ?
Würdest du dein Zuhause verlassen ?

Stück für Stück ist mir die Hoffnung verloren gegangen.
Darauf, dass noch etwas neu wird in meinem Land.
Darauf, dass ich leben kann so wie ihr hier.
Darauf, dass wieder ein Tag kommt, an dem es keine Faßbomben vom Himmel regnet.
Wir haben so gehofft. So verdammt gehofft.
Und wir haben es zerbrechen sehen.
Das was Zukunft hätte heißen können.

Es ist unfassbar, wenn dir deine Zukunft so zerbricht.
Wenn dir dein Zuhause unter deinen Füßen wegbröselt.
Wenn dein Mann neben dir verblutet.
Ich träume nachts davon.
Mein kleiner Sohn war dabei.
Er saß neben seinem Vater und sah zu, wie das Leben ihn verließ.
In der Nacht greifen die Finger der Angst nach ihm.
Er schläft immer in meinem Arm.

Ich wünsche mir so sehr eine Zukunft.
Ich danke euch, dass eure Türe offen war.
So viele Türen waren zu.
Aber ihr müßt verstehen, dass ich Heimweh habe.
Heimweh, nach einer Welt, in der ich zuhause war.
Heimweh nach MEINEN Leben.
Ich will euer Leben mitleben.
Ich bin euch dankbar.
Und trotzdem ist mein Herz zerrissen.
Meine Trauer hat keinen Ort.
Weil dort, wo ich herkomme, nichts mehr einen Ort hat.
Immer weniger.
Ich bin nicht mehr dort.
Ich bin sicher, zusammen mit meinen Kindern.
Aber meine Seele blutet mit meinem Land,
das einmal mein Zuhause war.
 

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08. Oktober 2016

 

Spielplatz am Gomadinger See

 

Die Firma Bosch unterstützt Projekte die in Zusammenarbeit von Einheimischen und Asylbewerbern durchgeführt werden: bei uns in Gomadingen die Erweiterung des ‚Spielplatz am See‘ zu einem Mehr-Generationen Spielplatz. Die Asylbewerber haben dabei ihr Können und ihren Lust am Tun eingebracht und einen Einblick in unsere schwäbische Arbeitsweise erhalten. Zusammen hat das toll geklappt und es hat allen Beteiligten viel Spaß bereitet.

Auf Basis der Planung des Landschaftsplanungsbüro Sigmund und der Unterstützung ortsansässiger Handwerker wurde der Spielplatz mit Klettergeräte für Kinder und Fitnessgeräte für Erwachsene (Trampolin, Stepper, Massagegerät) erweitert. Die gesamten Kosten für die Erweiterung hat die Firma Bosch im Rahmen ihres Flüchtlingsprojektes übernommen.  Hiermit möchten wir ‚ALT- und NEU-GOMADINGER‘ uns ganz herzlich bei der Firma BOSCH bedanken. DANKE !

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20. August 2016

 

Wassergewöhnungskurs/Schwimmkurs 

 

Vom 12. bis 19. August haben 11 Flüchtlingskinder und ein deutsches Kind einen Schwimmkurs (Teil I Wassergewöhnung) im Sternberghallenbad gemacht.

Bei Übungen und vielen Spielen gewannen sie immer mehr Zutrauen zum Wasser und  Wassersicherheit. Und sie hatten viel Spaß untereinander.

 

Auf dem Bild sind von links nach rechts zu sehen:Aia, Sidra, Ali, Hussein, Franz,Wassem, Firas, Zen, Zakarea, Anaya, Menahil und Nasir.

 

Es war eine Freude den Kindern zuzusehen, wie sie immer mehr Zutrauen in ihre Fähigkeiten bekamen.

Wir danken Herrn Bürgermeister Betz und dem Hallenbad Team für den reibungslosen Ablauf und die Unterstützung!

 

Die Schwimmschüler und Rose Kalmbach-Ruopp

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10. August 2016 

 

Besuch im Kletterpark Lichtenstein - DANKE an den Rotary Club Reutlingen/Tübingen Süd.

 

Dank einer großzügigen Spende des Rotary Clubs an die Diakonie Reutlingen konnten wir mit Gomadinger- und Asyldorf-Jugendlichen gemeinsam einen Besuch im Kletterpark in Lichtenstein realisierenn. Alle zusammen hatten einen riesen Spaß und das Meistern von Herausforderungen hat den Mädels und Jungs richtig gut getan.

 

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8. August 2016

 

Unser jährliches Sommerfest - einfach nur schön und nun auch schon vertraut!

 

Letzten Samsatg fand zum zweiten Mal das Gomadinger Fest der fünf Nationen statt. Veranstalter war wieder der hiesige Asylkreis sowie die Bewohner des Feriendorfs. Geboten wurde Kulinarisches aus fünf Ländern, Theater, Musik und ein vielfältiges Kinderprogramm.

Das Fest began um 14 Uhr im ehemaligen Feriendorf mit Kaffee und Kuchen. Um 16 Uhr zeigte die „Compagnia Cocolores“ auf einer Bühne hinter dem Gemeinschaftshaus ihr Stück „Oh Fortuna“ — eine Komödie mit Masken und Musik für Jung und Alt. Anschließend ab 18 Uhr wurden Speisen aus fünf Ländern angeboten: Gerichte aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und Pakistan zubereitet von den dorther stammenden Menschen; und natürlich fanden die Besucher auch Essen aus heimischer Küche.

Den ganzen Nachmittag über konnte man unter Anleitung Bogen schießen, auf die Kinder wartete eine Spielstraße, Ponyreiten, Kinderschminken und Hennapainting. Bei Einbruch der Dunkelheit saßen wir uns um ein großes Lagerfeuer und machten gemeinsam Musik.

 

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27. Juli 2017

Stellungnahme des Arbeitskreises Flüchtlinge und des Asylpfarramtes in Reutlingen zu den Ereignissen vom 24.7.2016

Wir sind tief betroffen über das Verbrechen, das am vergangenen Sonntag in Reutlingen begangen wurde. Die Tötung eines Menschen hat großen Schmerz und unendliches Leid für die betroffene Familie mit sich gebracht und wir bedauern dieses grausame Verbrechen zutiefst. Wir rufen darum zum Gedenken an das Opfer auf und hoffen für die Verletzten und diejenigen, die das Geschehene mitverfolgen mussten, dass sie gut begleitet sind.


Zugleich sind wir angesichts der Ereignisse jedoch auch in großer Sorge, dass die Tat eines Einzelnen dazu führen könnte, dass Flüchtlingen in der Zukunft grundsätzlich massives Misstrauen entgegengebracht wird und Menschen vorverurteilt werden. Wir rufen darum neben dem Gedenken auch zur Besonnenheit auf, und dazu, denjenigen, die hier als unbescholtene Bürgerinnen und Bürger unter uns leben, auch weiterhin mit Vertrauen und Respekt zu begegnen. Als Menschen, die tagtäglich mit Geflüchteten arbeiten, wissen wir, dass die überwiegende Mehrzahl der Flüchtlinge sich konsequent bemüht, in unserer Gesellschaft ein neues Zuhause zu finden, unsere Gesetze achtet und sich tagtäglich für ein gutes und unkompliziertes Zusammenleben engagiert. Dazu trägt nicht zuletzt das vielfältige Engagement der vielen Haupt – und Ehrenamtlichen bei, die Integrationshilfe leisten und Menschen offen begegnen, die Krieg und Verfolgung hinter sich haben.


Wir wissen aus unserer Arbeit, dass geflüchtete Menschen im Asylverfahren häufig kaum Zugang zu psychologischen oder psychotherapeutischen Hilfsangeboten erhalten. Wäre dieses Angebot in ausreichendem Maße vorhanden, so würde dies in vielen Fällen dazu führen, emotional zugespitzte Situationen zu entlasten und zu befrieden. Wir rufen dazu auf, Straftaten konsequent zu verfolgen, aber zugleich auch die Präventions- und psychosoziale Arbeit vor allem für traumatisierte und „auffällige“ Menschen massiv auszubauen.


Wir wünschen uns, dass in unserer Stadt auch weiterhin ein Klima herrscht, das ein Zusammenleben verschiedener Kulturen möglich macht. Der Hass, der sich in der furchtbaren Tat vom Sonntagabend widerspiegelt, darf nicht zu einem Muster werden, das wir als Reaktion übernehmen und den hier lebenden geflüchteten Menschen zurückspiegeln. Hass und Angst töten jede Form von Gemeinschaft und werden uns in der Zukunft nicht dazu befähigen, einander zu begegnen.
Wir rufen auf zum Gedenken, zur Besonnenheit, zu einer differenzierten Begleitung derjenigen, die als Flüchtlinge hier leben und zu einem Miteinander, das Grenzen immer wieder überwindet.

AK Flüchtlinge (Zusammenschluss Reutlinger Flüchtlingsinitiativen)
Asylpfarramt Reutlingen
Kontakt:
Günter Jung, Tel: 07121/23367 gkjung@web.de
Asylpfarrerin Ines Fischer, Tel: 07121/4924766 ines.fischer@elkw.de

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Traumland

 

Tolle Erlebnisse müssen in der Wiederholung ja bekanntlich nicht zwangsläufig wieder ein Erfolg werden; dass dies jedoch durchaus möglich ist durften die Kindergruppe des Asylkreises und zahlreiche Asylfamilien aus Gomadingen kürzlich erleben.

Ein Jahr nach dem ersten Familienausflug ins Traumland machte sich die Kindergruppe noch einmal daran, einen solchen zu organisieren. Entscheidend für diesen Entschluss war vor allem die Tatsache, dass in der Zwischenzeit die meisten Häuser des ehemaligen Gomadinger Feriendorfes von neuen Bewohnern bezogen wurden, zum großen Teil handelt es sich dabei um Familien.

Nahezu alle Familien meldeten sich an, und so machten sich die Organisatorinnen vergangenen Monat mit über 60 Asylbewerbern und ihren eigenen Kindern per Bus auf den Weg nach Sonnenbühl – die Geschäftsführung des Traumlands hatte in wirklich unglaublich großzügiger Weise auch in diesem Jahr wieder freien Eintritt für alle Asylbewerber zugesagt!

Bei großartigem Frühlingswetter erlebte die bunt gemischte Gruppe aus syrischen, afghanischen, pakistanischen und deutschen Kindern und Erwachsenen einen wunderbaren Tag im Traumland.

Ob in den Rennautos, der Marienkäferbahn, der Steinschleuder, der Wildwasserbahn oder einer der zahlreichen anderen Attraktionen - alle Teilnehmer, egal ob groß oder klein, hatten einen Riesenspaß und kamen voll auf ihre Kosten. Es war wunderbar zu sehen, wie unbeschwert alle den Tag genossen!

Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz, und so gab es neben den bei uns als Proviant eher üblichen Apfelschnitzen und Butterbrezeln allerhand außergewöhnliche Köstlichkeiten, wie Kartoffel-Hähnchen-Püree, Fladenbrot, Petersilien-Zitronen-Bulgur und leckeren Milchreis.

Der Nachmittag verging viel zu schnell und bald schon war es wieder Zeit für die Rückfahrt. Fröhlich und ausgelassen, aber auch müde und erschöpft kehrten die Familien ins Feriendorf zurück. Sicherlich werden sie sich alle noch lange an diesen besonderen und erlebnisreichen Tag erinnen.

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Dorfalltag Kindergeburtstag
Es soll Gomadinger geben, die sich kaum mehr daran erinnern, dass es eine Zeit vor unseren neuen Mitbewohnern gab ...
Geblieben vom Herzblut und Herzklopfen der ersten Zeit ist das Herzblut, das wir in unsere alltägliche Atbeit einbringen. Vom Herzklopfen ist nur noch ab und an etwas zu spüren - Einzug gehalten haben dafür Selbstverständlichkeit und Gelassenheit. 
Ein Kindergeburtstag in den Räumen unseres Sternberg-Cafés - gibt es ein schöneres Bild für beginnende Normalität, für ein Alltagsleben, in dem Platz auch für innere Ordnung ist? Wasem, unser in Syrien geborenes Geburtstagskind, wurde sieben Jahre alt. Wir wünschen ihm von Herzen, dass er seinen Weg bei uns findet, seine Heimat in unserem Land, das nun auch sein Land ist. Ob er sich als Mann noch an dieses kleine Fest in Gomadingen erinnern wird? Dass er hier einen Teil seiner Kindheit in Friedlichkeit erleben kann, unbefangen und ausgelassen - das wird in ihm bleiben. Das ist sicher. Gibt es für uns im Asylkreis eine schönere Bestätigung?

 

​Bernd Richard Hinderer

 

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Flüchtlinge sind wie Antworten,

die keiner verlangt hat.

Sie tragen Geschichten über die Grenzen.

Vielleicht erzählen sie von den Folgen unseres Tuns,

vielleicht von unserer Schweigsamkeit.

Unter dem Strich aber handeln ihre Geschichten

immer von uns.

Es gibt tausend Gründe, Flüchtlinge aufzunehmen.

Vielleicht gehören wir morgen zu ihnen.

Vielleicht gehören wir zu den Verfolgern.

Vielleicht versäumten wir es,

uns rechtzeitig gegen die Jäger zu wenden.

Vielleicht teilen wir nicht gern.

Vielleicht sind wir Rassisten.

Vielleicht kennen wir die Gesetze der

Gastfreundschaft nicht

und nicht die der Freiheit.

Vielleicht sind wir einfach nur dumm.

Die Flüchtlinge sind wie Antworten,

die keiner verlangt hat.

Niemand aber ändert die Fragen,

indem er die Antworten aussperrt.

 

(geschrieben von dem Lyriker Urs M. Fiechtner vor über 20 Jahren)

 

 

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24. Februar 2016
VHS Kurs - Syrisch Kochen - lecker - lecker !

 

Unsere erste Aktion unter dem Dach der VHS Münsingen – schön!

 

Unser Schiffskoch Abdulkarim Jindi und unser Bäcker Samer Bunni, beide aus Syrien – zusammen mit zehn Gomadingerinnen zauberten sie ein megaleckeres Abendessen. Natürlich um es gleich anschließend mit viel Genuss gemeinsam zu verspeisen.

 

Anne Greiner und Regine Keuerleber haben kräftig geholfen, den Kurs in der Küche der Sternbergschule mit zu organisieren und durchzuführen. Und wie so oft baute „unser“ Osamah sprachliche Brücken und übersetzte Zutaten und Rezepte, sodass nun alle Beteiligten sich auch zuhause an der für uns neuen Küche erfreuen können.

 

Was uns besonders freut: Abdulkarim hat hier bei uns in Gomadingen ein Häuschen gefunden, wo er in Zukunft gut leben kann. Und wir auch weiterhin gemeinsam mit ihm zu Abend essen können ;-).

 

 

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09. Februar 2016
Trauer um die Heimat -  Entsetzten über die Kriegsstrategie: Aleppo

Die Stadt ist tausende Kilometer weit weg, und doch so nah: Die Nachrichten sind gerade voll von Bildern vom einst stolzen Aleppo, das nun in Schutt und Asche versinkt. Von den ehemals 2,1 Millionen Bewohnern (im Vergleich: 1,5* so groß wie München) sind bereits eine Millionen Menschen geflüchtet. Zuerst wurde Stadtteile von Assads Faßbomben zerstört - nun von Putins Bombern. Die Stadt ist fast eingekesselt, Hilfsgüter werden nicht zugelassen und es wird weiter gebombt: nun droht den 350.000 Menschen in den von den Rebellen kontrollierten Stadtteilen der Hungertod.

 

Für mehrere unserer Gomadinger Familien ist Aleppo die Heimatstadt. Sie alle haben noch Freunde/Verwandte in Aleppo die versuchen zu überleben.

 

Dorothea Scholl

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12. Januar 2016

 

„Wir sind die Vielen, die zusammenhalten gegen Rassismus und Gewalt in unserem Land“. So lautet das Leitwort einer für den kommenden Samstag, 16. Januar 2016, geplanten Kundgebung in Stuttgart – Schlossplatz 11 – 13 Uhr.

 

Zu der Veranstaltung ruft ein Bündniss von mehr als 50 Organisationen auf. Kern des Bündnisses sind der DGB Bezirk Baden-Württemberg, die Arbeitgeber Baden-Württemberg, die evangelischen Landeskirchen, die beiden katholischen Diözesen und der Landesfrauenrat.

 

„Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche in Württemberg) verweist auf die vielen Fluchtgeschichten in der Bibel: „Wir lernen daraus: Wenn Menschen fliehen, um ihr Leben zu retten, wenn sie beschimpft und bedroht werden, wenn Flüchtlingsunterkünfte brennen, dann gibt es für Christen nur einen Platz: Den an der Seite der bedrohten Menschen und derer, die ihnen beistehen. Deshalb ist die evangelische Kirche am 16. Januar dabei - und ich lade alle ein: Kommt nach Stuttgart!“
 

Wer in einer Gruppe zu der Kundegebung nach Stuttgart will kann sich gerne bei Dorothea Scholl

info@asyl-gomadingen melden.

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02. Januar 2016

 

Silvester

 

Vielfältige Kulturen, fremde Sitten und exotische Gebräuche mitten in Gomadingen - spätestens in der Silvesternacht wurde klar, wozu das führen kann. Zu einer Fete der Extraklasse in unserem Asylcafé. Die Zutaten: Ausgelassenheit und Lebensfreude, Rockmusik und Pop-Oldies (laut!), ein großes Feuer samt Feuerwerk, Sprudel, Cola, Wein und Bier in nicht unerheblichen Mengen, Lust am Spielen, Diskutieren, Tanzen und Flirten.

Und was in unseren Breitengraden ziemlich unüblich ist - wir feierten eine Party der Generationen, unverkrampft und unbefangen, vergnügt und aufgedreht bis abgedreht. Einfach ein großes Miteinander. Und zwar bis zum Ende:

Nach einer kurzen Nacht trafen wir uns um die Mittagszeit; räumten auf, putzten und staubsaugten, rückten Stühle und Tische, und schon hatte alles wieder seine Ordnung. Nichts war mehr zu sehen von dieser langen, tollen Nacht. Und die Moral von der Geschicht‘: auf ein Neues zu nächstem Silvester. Hoffentlich.

 

Bernd Richard Hinderer

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28. Dezember

 

Ice Age – wenn schon Frühlingssonne statt Winterfrost, dann eisige Stunden wenigstens in unserem Kinderkino. Ice AgeTeil 1 des großen Kinofilms erzählt die Abenteuer von Mammut, Riesenfaultier und Säbelzahntiger zur Eiszeit. Kindgerechte Action, knallige Animation und ein bisschen was zum Knabbern – unsere bunte Gruppe aus einheimischen und Feriendorfkindern samt einigen Eltern war bestens unterhalten. Und dies war nicht der letzte Kino-Streich unserer Kindergruppe, Ice Age Teil 2 bis 4 warten schon darauf, in unser Kino im Obergeschoss des Gemeindehauses zu kommen. Und wie immer gilt: einfach kommen und mitgucken, natürlich umsonst. Wir freuen uns auf Euch!

 

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28. Dezember

 

Spellos (Familie Spellenberg) ließen sich von den frühlingshaften Sonnenstrahlen zu einem spontanen Grillen am Gomadinger See verführen. Schnell ein paar WhatsApps verschickt und schon versammelte sich ein buntes Grüppchen. Unsere 'Jungs' vom Feriendorf kamen mit leckerem Gepäck! Auf die schnelle zauberten sie - super feine! – Häppchen, die das Zusammensein noch schöner machten.

Frei nach dem Motto 'Nach dem Essen sollst Du ruhen.......' wurde danach gemeinsam gespielt. Ich merkte, dass ich als Rheinländerin doch noch nicht hundertprozentig im Schwabenland integriert bin: Das Kinderspiel, das bei uns im Rheinland so wunderschön 'der Plumpsack geht um' heißt – nennen die Schwaben ganz banal 'Faul Ei' :-). Aber egal wie das Spiel heißt - Spaß hat es uns allen gemacht.

 

Dorothea Scholl

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24. Dezember

 

Weihnachtliche Bescherung für unsere Jungs.

Mehr geliebt als unsere Tischkicker wird wohl nichts in unserem „Spielzimmer“. Und weil solche Objekte kollektiver Leidenschaft ganz schön strapaziert werden, gibt irgendwann eines auch mal den Geist auf.

Welche Freude, wenn völlig unerwartet wie aus heiterem Himmel Ersatz auftaucht! Ein Tischkicker erster Güte schlummerte in den verborgenen Schatzkammern des ehemaligen Feriendörfles und wartete nur darauf, seiner ihm zustehenden Bestimmung zugeführt zu werden.

Wolfram Wäscher, dem Eigner des Areals, ein ganz herzliches Danke dafür, dass er mit seiner Großzügigkeit einmal mehr viel Freude bereitet. Unsere Jungs – also so zwischen fünf und ausgewachsen – und auch einige Mädchen danken ihm ganz herzlich und

wünschen Frohe Weihnachten!

Bernd Richard Hinderer

 

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14. Dezember

Backe, backe Breedla …

 

Was wohl herauskommt, wenn schwäbische und syrischirakischafghanischpakistanische Hausfrauen gemeinsam Weihnachtsbreedla backen? Wer letzten Dienstag das Café besuchte, konnte selbst genießen, was die etwa 15 Zuckerbäckerinnen samt Kinderschar unter Federführung unserer Kindergruppe zuwege brachten. Das Urteil fiel einstimmig aus: Superlecker, so muss Weihnachten schmecken!

Allzuviele Gäste kamen allerdings nicht in diesen Genuss von Husarenkrapfen, Ausstecherle und Müslitaler, produzierte die fröhliche Runde tags davor doch vor allem für den Eigenbedarf. Und schon in der Backstube verschwanden viele der duftenden Leckereien in den Mündern der Naschkatzen, die ihre Mütter eifrig unterstützten.

Bei Saft und Punsch Teig ausrollen und ausstechen, bepinseln und mit Zucker bestreuen und zum Schluss das fertige Kunstwerk noch ofenwarm kosten, welches Kind wäre hier nicht mit Feuereifer dabei? Einmal mehr wurde der Beweis erbracht: Woher Kinder auch stammen - worüber sie sich freuen, was sie stark und glücklich macht, das ist für alle gleich.

Bernd Richard Hinderer

 

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20. November 2015
 

Die Attentate in Paris entsetzen auch unsere Gomadinger Asylbewerber samt anerkannten Flüchtlingen. Sie sprachen mit uns darüber, welche Gedanken und Gefühle sie in diesen Tagen bewegen und vor allem, welche Botschaft sie uns Deutschen übermitteln möchten. Hieraus formulierte Bernd Richard Hinderer die folgende Rede. Am Volkstrauertag auf dem Friedhof und bei unserer Gedenkfeier letzten Dienstag wurde sie von bei uns lebenden Flüchtlingen auf deutsch und arabisch vorgetragen.

 

Unsere Herzen sind schwer von Trauer und Entsetzen. Erneut reißt blanker Hass eine entsetzliche Wunde in die Mitte Europas. Was in Paris geschah, mordet wieder einmal zahllose unschuldige Leben. Wir beweinen die Opfer und teilen das Leid ihrer Angehörigen.

 

Uns Flüchtlinge, die wir Europa um Schutz und Menschenwürde bitten, reißt dieses Morden in Angst und Verzweiflung. Die Täter sind unsere schlimmsten Feinde.

Sie sind die Feinde der Lebensfreude,

Feinde der Gerechtigkeit und Toleranz,

Feinde des Friedens.

Sie sind die schlimmsten Feinde unseres Glaubens – eines jeden Glaubens, auch Ihres Glaubens.

Sie sind Feinde der Menschlichkeit – in unseren Vaterländern wie in Ihrem.

 

Vor diesen Mörderbanden sind wir geflohen. Sie jagen uns und unsere Familien auf einen Weg, von dem wir nicht wissen, ob er uns an ein Ziel bringt, oder ob er uns den Tod bringt. Wir waren an diesem Punkt angelangt, an dem wir wussten:

Ein Tod auf der Flucht ist gnädiger als endlose Folter. Ein Leben in Ungewissheit und der Fremde erlaubt uns mehr Würde als das bloße Überleben in nackter Angst.

 

Wer also kann besser wissen als wir, welches Elend dieser Terror über seine Opfer bringt - über ein ganzes Land bringt?

 

Wenn wir an diesem Tag unsere Trauer über das Massaker in Paris und jeden Terrorakt zum Ausdruck bringen, dann tun wir das im Wissen darüber, unter welch glücklichen Umständen wir hier bei Ihnen leben. Und dafür danken wir Ihnen von Herzen.

 

Wir danken unseren Freunden und Helfern, die uns unterstützen, wie sie nur können.

Wir danken Gomadingen dafür, dass wir hier immer mit Respekt behandelt werden, dass Sie uns achten, dass wir ohne Furcht unter Ihnen leben.

Wir danken Deutschland dafür, uns die Chance auf eine Zukunft in Eigenständigkeit und
Sicherheit zu bieten.

 

Den Volkstrauertag begehen Sie im Gedenken an die Opfer der Weltkriege. Wir wissen, wie Ernst Ihnen dieses Gedenken ist, und wir teilen dieses Gedenken mit Ihnen.

 

Wir wissen auch, dass in Ihrem Gedenken der Wille lebt, dem Grauen der Kriege ein für
allemal ein Ende zu setzen. Ihr Wille, die Welt friedlicher zu machen. Wir versichern ihnen, dass wir auf Ihrer Seite stehen. Denn nur eines wollen wir: Frieden.

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Alb-Bote vom 19. November 2015: Licht gegen Terror

 

Der Anlass war traurig, die Veranstaltung ging unter die Haut. Rund 200 Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen kamen am Dienstag Abend zur Gedenkfeier für die Opfer von Paris...
(zum Weiterlesen klicken Sie bitte hier>>)

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17. November 2015

 

Terror statt Kehrwoche

 

oder wie will man das allumfassende Thema dieser Tage mit Worten

ausdrücken? Worte, die einem sonst so flott von den Lippen gehen,bleiben

einem in diesen von schrecklichen Ereignissen geprägten Tagen eher im

Halse stecken.
 

Vorgestern Abend trafen sich ca. 200 oder mehr Menschen im Feriendorf

zu einer gemeinsamen Veranstaltung, um miteinander die Ereignisse von

Paris zu verarbeiten. Die Betonung liegt auf gemeinsam. Den es war wieder

einmal trotz des schlimmen Anlasses ein top organisiertes und ergreifendes

Treffen von Gomadingern und Flüchtlingen, mit dem klaren Signal:

Gemeinsam sind wir stark und gemeinsam müssen wir dem Terror

entgegenstehen.

 

Wenn sich so viele Menschen spontan am Dienstagabend treffen, um

Solidarität und Mitgefühl für die Opfer von Paris zu zeigen, dann ist schon

etwas Besonderes. Jeder hatte die Gelegenheit, seine persönlichen Wünsche,
Ängste und Hoffnungen an einer Pinnwand aufzuschreiben. Ich habe

mich mit vielen Anwesenden unterhalten und gefragt, ob sie eine Nachricht

an diese Wand gepinnt haben. Und fast jeder hat es getan. Da war von

Hoffnung, Frieden für alle, ein normales Leben führen und Kinder groß ziehen,

die eine Schule besuchen können und einen Beruf erlernen sollen, die

Rede.

 

Für uns Deutsche alles Selbstverständlichkeiten. Wir haben den Terror

und Selbstmordattentate in Beirut und Kabul doch nur aus dem Fernsehen

gekannt. Unsere Flüchtlinge sind da sehr viel stärker involviert.

Unsere Iraker, Syrer, Pakistani und Afghanen sind nach langer Irrfahrt in

Gomadingen angekommen und haben nur einen großen Wunsch:

Sich in Deutschland zu integrieren und ein Leben zu führen, wie es für

die meisten von uns selbstverständlich ist.

So selbstverständlich wie die wöchentliche Kehrwoche.
 

Was manche Länder gerade tun ist Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Einerseits nachvollziehbar, andererseits neuer Nährboden für Terrorakte.

Die Politik ist mehr denn je gefordert, z.B. in Syrien für ein Ende des

Bürgerkriegs zu sorgen. Und wenn die Anschläge von Paris ein Gutes haben,

dann ist es das gemeinsame Handeln der internationalen Gemeinschaft,

endlich einen vernünftigen Plan zu entwickeln, um den Krieg im nahen

Osten zu beenden.
 

Willi Myke

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